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Essen: Rücksichtlose Böller-Aktion lässt Pferde durchdrehen! Reiterin schwer verletzt

Unfassbare Szenen in Essen-Schuir. Wegen einer Böller-Aktion wurden ein Pferd und seine Reiterin schwer verletzt. (Symbolbild)
Unfassbare Szenen in Essen-Schuir. Wegen einer Böller-Aktion wurden ein Pferd und seine Reiterin schwer verletzt. (Symbolbild)
Foto: imago images / Frank Sorge; imago images / Marius Schwarz (Montage: DER WESTEN)

Essen. Es sind unfassbare Szenen, die sich in Essen-Schuir abgespielt haben sollen.

Am Sonntag kam es in der Nähe des Reitstalls Beckmann in Essen-Schuir zu einem schweren Unfall, bei dem eine Reiterin und ihr Pferd schwer verletzt wurden. Auslöser sollen rücksichtslos abgefeuerte Böller gewesen sein, die das Pferd aufschrecken ließen.

Essen: Gruppe macht Ausritt – dann werden die Pferde von Böllern erschreckt

Am Sonntagnachmittag gegen 15.15 Uhr waren einige Reiter mit ihren Pferden auf der Wallneyerstraße unterwegs, darunter auch eine junge Frau. Doch als sich die Gruppe der Wetterstation am Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz näherte, wurde es dramatisch.

DER WESTEN hat mit der Besitzerin des Reitstalls Beckmann über den Vorfall gesprochen. Die 55-Jährige schildert, dass in der Einfahrt der Wetterstation ein dunkler 7er BMW stand, in dem sich mehrere Erwachsene und Kinder befanden. Die Insassen sollen dann aus dem Auto heraus Knallraketen abgefeuert haben.

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Die genaue Böller-Sorte ist der Stallbesitzerin nicht bekannt. In sozialen Netzwerken ist davon die Rede, dass die Raketen nach dem Abfeuern mit einem Fallschirm wieder zur Erde herabgeschwebt seien. „Aber sie waren auf jeden Fall sehr laut“, erzählt sie. „Und das, obwohl die Personen in 100 Meter Entfernung die Pferde mit ihren Reitern gesehen hatten.“

Pferd und Reiterin schwer verletzt

Mindestens fünf Tiere des Reitstalls Beckmann seien wegen der lauten Knallgeräusche durchgegangen und hätten gescheut. „Pferde sind Fluchttiere“, erklärt die Stallbesitzerin. „Wenn die etwas hören, was sie nicht orten können, geraten sie schnell in Panik und rasen weg.“ So auch das Pferd der bereits erwähnten jungen Reiterin, die irgendwann keine Gewalt mehr über ihr verschrecktes Tier hatte.

Schließlich stürzte das Pferd, bei dem es sich laut Polizei um einen Westfalen handelte, zusammen mit seiner Reiterin zu Boden. Dabei erlitten beide schwere Verletzungen.

Die Stallbesitzerin erwartet, dass das Pferd Einschüsse an seinen Beinen bekommen wird, wodurch diese dick anschwellen. Mindestens für die nächsten fünf Wochen müsse das Tier ärztlich untersucht werden. Die Reiterin, der das Pferd gehört, wird im Krankenhaus stationär behandelt, teilte die Polizei Essen mit.

Polizei bittet um Hinweise von Zeugen

Ein Familienmitglied der verunglückten Reiterin hat nun eine Strafanzeige gegen die noch unbekannten Insassen des dunklen 7er BMWs aufgegeben. Die Polizei Essen bittet diesbezüglich um Hinweise von Zeugen, die das besagte Fahrzeug am Sonntagnachmittag in der Nähe des Unfallorts gesehen haben.

„Ein Kennzeichen wäre sehr hilfreich“, sagte Polizeisprecher Christoph Wickhorst im Gespräch mit DER WESTEN. Hinweise nimmt das Verkehrsunfallteam der Polizei Essen unter der 0201/829-0 entgegen.

Welche Böller wurden abgefeuert?

Aktuell ermittle die Polizei wegen eines Verkehrsunfalls mit Flucht und Personenschaden. Außerdem sei das Abfeuern von Feuerwerksraketen seit Silvester um diese Zeit nicht mehr erlaubt. Dafür benötige man eine Sondererlaubnis der Stadt.

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Polizeisprecher Marco Ueberbach weist zudem daraufhin, dass es bei den beschriebenen Fallschirmraketen zwar eine „normale“ Variante für den Privatgebrauch, beispielsweise an Silvester, gebe – aber es gebe auch Exemplare, die speziell für den Einsatz in der Seerettung gedacht sind. Diese dürfen nur im Notfall verwendet werden und der Besitzer benötigt einen Fachkundeausweis für Seenotsignalmittel. „Die sind nochmal ein ganz anderes Kaliber“, so Ueberbach. (at)

 
 

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