Essen

Essen: Ruhrbahn-Kunden empört über Billig-Ticket – das steckt hinter dem Unmut

Neukunden der Ruhrbahn können beim Ticketkauf  ordentlich sparen. Die Stammkunden fühlen sich hintergangen.
Neukunden der Ruhrbahn können beim Ticketkauf ordentlich sparen. Die Stammkunden fühlen sich hintergangen.
Foto: imago/Gottfried Czepluch
  • Ruhrbahn bietet ab dem 17.12. große Rabatte beim Ticketkauf für Neukunden an
  • Bei Stammkunden löst das Ärger aus, da sie weiterhin Normalpreise zahlen müssen
  • Ruhrbahn will ihr Angebot 2019 erweitern

Essen. Um Autofahrer dazu zu bewegen, mehr Bus und Bahn zu fahren, bietet die Essener Ruhrbahn bald besonders günstige Tickets für Neukunden an. Stammkunden hingegen sind sauer: Für sie ändert sich nichts.

Die vom Bund geförderte Sofortmaßnahme soll dazu dienen, Diesel-Fahrverbote zu verhindern. Neukunden können dadurch beim Kauf von Abonnements und 30-Tage-Tickets bis zu 50 Prozent sparen.

Billig-Tickets für Stadtgebiet Essen: Der Verkauf startet am 17.12.

Der Vorverkauf für die Billig-Tickets beginnt am Montag, dem 17.12. Diese sind dann ab dem neuen Jahr für das Essener Stadtgebiet gültig.

Vor allem auf den Social-Media-Plattformen erhält Ruhrbahn massive Kritik für diese Rabatt-Aktion.

Stammkunden sind verärgert

Wie der WDR berichtet, schreibt eine Userin auf Facebook dazu: „Ich bezahle in unserer Familie über 150 Euro für Tickets und bin schon am überlegen, mir für das Geld ein Auto anzuschaffen.“

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Das Unternehmen aus Essen versteht die Aufregung, erklärt aber, dass man mit dieser Aktion ganz gezielt Autofahrer als Neukunden gewinnen möchte.

Einsatz des Geldes muss eine Senkung der Stickoxidwerte mit sich bringen

„Das Geld darf nur in Maßnahmen fließen, die unmittelbar auf die Senkung der NOx-Werte zielen“, äußert sich Ruhrbahn zur Kritik ihre Stammkunden.

Die Erklärung reicht vielen Kunden aber nicht. Ein User schreibt: „Sorry liebe Ruhrbahn, ab der nächsten Preiserhöhung im Januar bin ich als Abokunde raus.“

Abozahlen werden nicht zurückgehen

Der Sprecher des NRW-Landesverbandes des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und ÖPNV-Experkte Iko Tönjes geht gegenüber dem WDR aber nicht davon aus, dass die Abozahlen jetzt drastisch sinken werden.

Laut ihm liegt der ausschlaggebende Grund Bus und Bahn zu fahren nicht im Preis, sondern in der Qualität und dem Angebot. Ausschließlich Preissenkungen für Neukunden anzubieten sei ein falsches Zeichen.

Wie der WDR berichtet, will die Ruhrbahn ihr Angebot im Laufe des kommenden Jahres verbessern. (db)

 
 

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