Essen

Großrazzia gegen Libanesen-Clans in Essen – so funktioniert die „Null Toleranz“-Strategie der Polizei

Großrazzia in der Innenstadt von Essen. Die Polizei will den Druck auf libanesisch-arabische Clans mit einer „Null-Toleranz“-Strategie erhöhen.
Großrazzia in der Innenstadt von Essen. Die Polizei will den Druck auf libanesisch-arabische Clans mit einer „Null-Toleranz“-Strategie erhöhen.
Foto: Justin Brosch

Essen. Es war die mit Abstand größte Razzia der vergangenen Monate. Am Freitagabend rückte die Polizei mit einem Großaufgebot aus, um in Essen-Altendorf eine Razzia gegen libanesische Clans durchzuführen.

„Wir werden nicht nachlassen und alle verfügbaren Kräfte in den Einsatz bringen, Null-Toleranz für Straftäter“, erklärt Essens Polizeipräsident Frank Richter. Die Razzien seien nötig, weil es laut Polizei „immer wieder zu gewaltbereiten Auseinandersetzungen zwischen Familienclans mit libanesisch-arabischen Hintergrund und den Sicherheitsbehörden kommt“, so die Beamten.

Razzia in Essen: Polizei verfolgt „Null-Toleranz“-Strategie

Das Sicherheitsgefühl der Essener sei nachhaltig geschädigt worden, heißt es in einer Mitteilung. Dagegen will die Polizei ihrer „Null Toleranz“-Strategie nun offenbar vorgehen. Seit April dieses Jahres würden verstärkt Kontrollen in der Essener Innenstadt stattfinden.

„Unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten gehen wir gemeinsam mit den Finanz-, Ordnungs- und Sicherheitsbehörden gegen kriminelle Machenschaften vor. Mit den Kontrollmaßnahmen stärken wir die polizeiliche Präsenz und setzen Zeichen in der Nördlichen Innenstadt und in Altendorf“, erklärt Essens Polizeipräsident Frank Richter.

Das ist das Ergebnis der Razzia in der Essener Innenstadt

Bei der Razzia am Freitagabend durchsuchte die Polizei mehrere bekannte Orte der Szene. Das sind die Ergebnisse der Razzia:

  • 140 Personen wurden kontrolliert
  • Ebenso 20 Objekte
  • Zahlreiche Fahrzeuge wurden untersucht
  • Dabei vollstreckte die Polizei drei Haftbefehle
  • 508 Warngelder wurden erhoben
  • 37 Ordnungswidrigkeiten und zehn Strafanzeigen wurden geschrieben
  • Außerdem wurden 42 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak sichergestellt

Außerdem gab es auch Geschwindigkeitskontrollen am Berthold-Beitz-Boulevard. Dort flanieren Mitglieder der Clans laut Polizei abends gerne mit getunten Autos, rasen nicht selten über die Straßen. Auch hier habe man die Szene unter Druck setzen wollen. (fel)