Essen

Essen: Radfahrer-Gruppe unterwegs – unglaublich, was sie auf dem Gepäckträger hat

In Essen hat eine Gruppe Radfahrer für Aufsehen gesorgt. (Symbolbild)
In Essen hat eine Gruppe Radfahrer für Aufsehen gesorgt. (Symbolbild)
Foto: imago images / Cord

Essen. Wer am Mittwochnachmittag durch Essen gefahren ist, hat die Gruppe Radfahrender vielleicht entdeckt.

Schon auf den ersten Blick ist ersichtlich: Es ist nicht einfach nur ein gemeinschaftlicher Ausflug durch den Norden von Essen. Denn was auf den Gepäckträgern zu sehen ist, sendet ein deutliches Zeichen.

Essen: Aktion im Rahmen deutschlandweiter Kampagne

Seit April dieses Jahres läuft die Kampagne „Mehr Platz fürs Rad“ vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Die Kreisverbände der Städte planen im Rahmen der Kampagne immer wieder aufsehenerregende Aktionen.

So auch der Kreisverband Essen. Am Mittwoch haben sich an der Umsetzung eines dieser Vorhaben auch wieder einige Essener beteiligt. Dabei handelt es sich streng genommen um die Wiederholung einer Aktion, die bereits im Juli ein erstes Mal durchgeführt wurde.

Problem: Zu wenig Abstand beim Überholen

Um auf den häufig zu geringen Abstand von Autos beim Überholen aufmerksam zu machen, schnallen sich die Radler einfach Poolnudel unter den Sattel oder den Gepäckträger. Die sind etwa anderthalb Meter lang – also der empfohlene Abstand, den ein Auto beim Überholen als Seitenabstand zu einem Fahrrad einhalten sollte.

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Im Juli fuhren der ADFC Essen und seine Mitstreiter noch an einem Samstag durch den verkehrsberuhigteren Essener Süden. „Schon damals entstand der Wunsch, das noch einmal an einem Werktag auf stärker befahren Straßen während des Feierabendverkehrs zu wiederholen“, so Mirko Sehnke, einer der beiden Vorstandsvorsitzenden des ADFC Essen.

Eine Art Praxistest für die Poolnudeln also. Denn häufig sei der Abstand zu den Autos auch bei markierten Radwegen einfach zu gering. „Die sind sogar eher negativ für das subjektive Sicherheitsgefühl, da Autos und Busse denken, die könnten so nah an die Linie heranfahren wie möglich und würden immer genügend Abstand halten“, erklärt Sehnke. Er plädiert daher für geschützte Radwege auf der Straße.

Demo-Teilnehmer werben für mehr Aufmerksamkeit

Eine der Mitfahrerinnen ist Bärbel Feldmann. Sie ist sowohl mit dem Auto und mit dem Rad in Essen unterwegs. Sie ist zum Willy-Brandt-Platz gekommen, um „hier mitdemonstrieren, dass die Autofahrer mehr darauf achten, Abstand zu halten.“ Häufig würden Autos beim Überholvorgang viel zu nah an die Radfahrer herankommen.

Dass das schnell schmerzhaft enden kann, weiß auch Peter Kayser. Er wurde schon einmal auf seinem Rad von einem Autospiegel beim Überholen erwischt. „Als Radfahrer muss ich vielen Hindernissen auf der Straße ausweichen. Daran denken viele Autofahrer aber gar nicht, wenn sie zum Vorbeifahren ansetzen“, meint Kayser.

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Auch René Tacken ist mit seiner kleinen Familie auf dem Rad dabei. „Als Familienvater möchte ich einfach die Verkehrswende aktiv mitgestalten“, erzählt er. Von Vorstößen wie Verkehrsminister Scheuer, den Abstand auf anderthalb Meter festzuschreiben, hält er wenig. Tacken glaubt: „Es mangelt nicht an Gesetzen, sondern an der Wahrnehmung von Radfahrern durch den motorisierten Individualverkehr.“

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Für den ADFC Essen war es die letzte Aktion im Rahmen der „Mehr Platz fürs Rad“ Kampagne. Der Club wolle sich aber am Parking Day am Freitag in Essen-Holsterhausen beteiligen, auch wenn man keiner der Organisatoren sei. Dabei sollen für einige Stunden Parkplätze kreativen Erholungsflächen weichen. (dav)

 
 

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