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Essen: Menschen uneinig über Quarantäne vor Weihnachten – „Unsere Kinder ziehen das durch – für Oma!“

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

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Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Essen. Auch wenn aktuell die Inzidenzen in Deutschland leicht rückläufig sind (in Essen stagniert sie), raten Experten kurz vor dem Weihnachtsfest dazu, sich selbst in Quarantäne zu stecken. So soll eine unkontrollierte Ansteckung innerhalb der Familie zu Weihnachten dann vermieden werden.

In Essen haben die Menschen eine klare Meinung dazu. Und die ist nahezu einstimmig. Allerdings dürfte sie Virologen und dem Gesundheitsminister ganz und gar nicht gefallen.

Vor Weihnachten sich isolieren? Menschen in Essen haben klare Meinung

„Weihnachtstreffen sollten unter 2G-Plus-Regeln stattfinden. Am sichersten ist es, wenn die Geimpften und Genesenen auch schon die Boosterimpfung erhalten haben. Treffen mit Ungeimpften sollten vermieden werden“, erklärte erst vor kurzem Virologe Ulf Dittmer von der Uniklinik in Essen gegenüber DER WESTEN. Außerdem sagte er, dass es durchaus sinnvoll sei, in der Woche vor Weihnachten die Kontakte zu reduzieren, wo es geht. (Hier geht's zum ganzen Bericht mit dem Virologen).

Das sehen aber zumindest einige Essener deutlich anders. Denn nicht für jeden sei es so leicht, die Kontakte zu reduzieren. Und dann stehen ja auch noch die Weihnachtseinkäufe an!

Weihnachtseinkäufe stehen oft auf den letzten Drücker an

„Einerseits heißt es, wir sollen den lokalen Einzelhandel stärken, andererseits sollen wir mit dem A**** zuhause bleiben. Die letzte Woche vor Weihnachten ist die kaufstärkste, weil alle auf den letzten Drücker Geschenke kaufen. Da ist nichts mit Kontakte reduzieren“, regt sich Ina S. (35) auf.

Sie ist doppelt geimpft und hat ihren Termin für die Booster-Impfung, nun will sie aber auch ihre Freiheit wieder haben und sich nicht wieder ständig Sorgen machen, dass sie doch jemanden anstecken könnte.

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Ähnlich sieht es Murat P. (25). Er feiert zwar kein Weihnachten, trotzdem kommt die Familie zusammen an den Tagen. Vorher isolieren ist für ihn nicht möglich, er arbeitet als Kassierer in einem Supermarkt. „Das geht ja schlecht, ich habe nunmal ständig Kundenkontakt. Und wenn ich den auf Arbeit andauernd habe, werde ich nicht die Kontakte zu Freunden reduzieren. Feiern gehen ist ja eh mal wieder verboten, da kann man sich wenigstens gemütlich zusammensetzen“. Er und seine Familie wollen sich aber vor den Treffen testen lassen, das sei in seinen Augen sowieso das einzige, was hilft.

Viele sind der Meinung, dass es nicht nötig ist, sich zu isolieren

Die meisten, mit denen DER WESTEN an diesem Tag spricht, teilen diese Meinung. Und dann gibt es doch den einen, der befragt wurde, der sich für die Empfehlung der Virologen ausspricht.

Hannes R. (48) findet es wichtig, dass sich seine Familie vor Weihnachten isoliert. Keine Weihnachtsfeiern, kein Weihnachtshopping, kein Weihnachtsmarkt.

„Dafür hatte man jetzt lange Zeit. Da wird man es schon schaffen, sich die letzten Tage vor dem Fest mal nicht zu sehen mit Freunden. Unsere Kinder ziehen das auch durch, sie sagen immer, sie machen es für Oma. Denn meine Mutter ist 85 Jahre alt und sie wollen ihre Oma nicht gefährden. Wenn sich jeder daran halten würde, könnte man auch davon ausgehen, dass nach Weihnachten die Inzidenzen nicht wieder explodieren. Aber ich befürchte Schlimmes.“

Auch Experten gehen davon aus, dass die Zahlen nach dem Fest rapide wieder ansteigen werden. Ob das dann aber „nur“ an der letzten Woche vor Weihnachten liegt oder sowieso passiert wäre, ist nicht zu beantworten. (fb)