Essen: Frau von eigenem Partner vergewaltigt – doch damit endet ihr Alptraum noch lange nicht

Gewahrsam? Festnahme? Was diese Polizei-Begriffe wirklich bedeuten

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Freitag am Landgericht Essen: Der 27-jährige Kevin S. sitzt neben seinem Rechtsanwalt auf dem Anklagestuhl. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, seine Partnerin verletzt, vergewaltigt und eingesperrt zu haben.

Das Landgericht Essen soll nun über die Schuldfähigkeit des Angeklagten entscheiden, doch es steht Aussage gegen Aussage.

Essen: Wegen Affäre – Kevin S. soll seine Freundin vergewaltigt haben

Als der Staatsanwalt die schweren Anschuldigungen gegen Kevin S. verliest, starrt er nur auf den Boden. Seine Eltern, die den Prozess am Landgericht Essen aus dem Zuschauerbereich mitverfolgen, hört man hin und wieder schwer aufatmen. Seit dem 21. März 2021 befindet sich der 27-Jährige nun schon in der JVA Essen in Untersuchungshaft, weil seine Ex-Partnerin grausame Vorwürfe gegen ihn erhoben hat.

Zum einen soll Kevin S. seiner Freundin innerhalb der Beziehung mehrmals mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Im Oktober letzten Jahres soll es außerdem zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Der Angeklagte hatte angeblich herausgefunden, dass seine Partnerin einer Affäre mit ihrem Ex-Freund gehabt haben soll. Er sprach sie auf den Betrug an und zwang sie anschließend zum Geschlechtsverkehr. Als sich seine Partnerin gegen den Sexualakt wehren wollte, soll er sie fixiert und festgehalten haben.

„Mach keine Faxen!“, soll Kevin S. zu seiner Freundin gesagt haben. Bei ihrem Ex-Freund hätte sie schließlich auch keine Faxen gemacht. Daraufhin habe er ihr den Mund zugehalten und behauptet „die Stimmen in seinem Kopf hätten ihm befohlen, dass er mit ihr schlafen müsse.“ Seine Freundin ließ den Geschlechtsverkehr schließlich unter Tränen über sich ergehen. Doch damit sollte der Albtraum noch längst nicht enden...

Essen: Kevin S. soll seine Freundin eingesperrt haben – Schwester eilt zur Hilfe

Als die Betroffene Kevin S. wegen Vergewaltigung und Körperverletzung anzeigte, sind fünf Monate vergangen. Wie ein Gerichtssprecher gegenüber DER WESTEN mitteilt, ist die Polizei damals auf den 27-Jährigen aufmerksam geworden, weil sie einen Anruf von der Schwester des Opfers erhielt.

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An diesem Tag soll Kevin S. seine Freundin in ihrer eigenen Wohnung eingesperrt haben, weil sie ihm kein Geld geben wollte. Den Aussagen der Frau zufolge habe Kevin sie um 115 Euro bestohlen, die Tür von innen abgesperrt und den Schlüssel eingesteckt. Mit einer Whatsapp-Nachricht rief die Klägerin ihre Schwester zur Hilfe, die einen Zweitschlüssel der Wohnung besaß.

Als die Schwester in der Wohnung eintraf, soll Kevin S. sie am Kragen gepackt und gegen die Wand gedrückt haben. Als sie ihn daraufhin wegstieß, sei der Angeklagte weggelaufen. Vor der Haustür wurde Kevin S. bereits von der Polizei erwartet.

Als sie ihn ansprach, soll er die Beamten beleidigt und mit einem Messer bedroht haben. „Verpisst euch oder ich steche euch ab“, soll Kevin S. gesagt haben. Erst als die Beamten den Angeklagten mit Schusswaffen bedrohten, legte er das Messer ab und konnte schließlich abgeführt werden.

Essen: Ist Kevin S. schuldig? Gutachter wird zur Bewertung gezogen

Beim Prozessauftakt äußerte sich Rechtsanwalt Görmiller zu den schweren Vorwürfen. Sein Mandant würde zugeben, die Klägerin festgehalten und eingesperrt zu haben. Zu einer Vergewaltigung sei es seines Erachtens nach aber nicht gekommen.

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Auch das Opfer war als Zeugin im Landgericht Essen vertreten und schilderte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Sicht der Dinge. Außerdem wurde ein Facharzt als Gutachter dazu gerufen, um zu prüfen, ob die Schuldfähigkeit von Kevin S. wegen Alkohol und Drogen beeinträchtigt war und er deshalb in eine Entziehungsanstalt gehöre. Die Verhandlung wird fortgesetzt. (mkx)