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Essen: Guido Reil mit fragwürdiger Osterhasen-Aktion – AfD-Politiker drohen rechtliche Konsequenzen

Der AfD-Politiker Guido Reil aus Essen.
Der AfD-Politiker Guido Reil aus Essen.
Foto: imago

Essen. Das könnte ein Nachspiel haben: AfD-Politiker Guido Reil aus Essen hat mit dem Einsatz fragwürdiger Mittel Werbung für sich und seine Partei gemacht.

So soll der Politiker in Essen den Schoko-Hasen „Harry Hase“ von „Ferrero Kinder“ zur Parteiwerbung instrumentalisiert haben. Die farbliche Ähnlichkeit des blau-roten Produkts schien zu verlockend zu sein.

Essen: AfD-Politiker instrumentalisiert Schokohasen für seine Partei

An einem Infostand in Altenessen stand Guido Reil am Samstag für Fragen bereit. Passend zum Osterfest hatte er eine Palette „Schoko-Hasen“ dabei.

Auf den ersten Blick schien es sich um unverfängliche Schoko-Osterhasen der Ferrero-Marke „Kinder“ zu handeln. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber: Die Hasen wurden mit AfD-Aufklebern versehen.

Die waren so geschickt angebracht, dass der Eindruck entstehen könnte, es wäre eine offizielle AfD-Version des Schoko-Hasen der Marke „Kinder“. Ohne Zustimmung von Ferrero könnte das teure Konsequenzen nach sich ziehen.

Nur noch verändertes Bild im Netz

Die Facebookseite AfD-Watch und weitere Nutzer hielten Guido Reils Guerillia-Oster-Aktion in Fotos fest. Anscheinend in weiser Voraussicht, denn mittlerweile findet sich auf der Seite des Politikers nur noch eine bearbeitete Version des Bildes.

Futsch sind die AfD-Schoko-Hasen – mit einem Bildbearbeitungs-Programm mittelmäßig gut ersetzt durch einen Korb mit Ostereiern.

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Nutzer fordern eine Reaktion von Ferrero

Auf der Facebookseite von „Kinder“ ging es anschließend rund. Zahlreiche „Kinder“-Kunden forderten eine Erklärung, warum das Unternehmen mit der AfD kooperiere, den Wahlkampf der rechtspopulistischen Partei unterstütze oder diese selbstgebastelte Parteiwerbung zumindest dulde.

Unternehmen distanziert sich

Nun reagierte das Unternehmen. Das Team von Kinder Schokolade schreibt bei Facebook unter einem Post: „Wir haben selbst erst von der Aktion erfahren und die Informationen an die zuständigen Kollegen der Rechtsabteilung weitergeleitet. Dennoch möchten wir uns ausdrücklich davon distanzieren, wenn politische Parteien oder Gruppierungen eine unserer Marken für politische oder andere Zwecke nutzen und instrumentalisieren.“

Es werden nun rechtliche Schritte gegen Guido Reil geprüft.

Es aber nicht das erste Mal, dass Ferrero gegen den Missbrauch der eigenen Marken vorgehen muss.

Pegida „missbrauchte“ Nutella-Glas für Eigeninszenierung

So hat der Pegida-Gründer Lutz Bachmann im Jahr 2015 das Foto von ihm zugeschickten Geschenken auf Facebook veröffentlicht. Mit dabei: Ein verpacktes Nutella-Glase mit individualisiertem Etikett.

Statt des typischen Nutella-Schriftzugs, war das Glas mit dem Spruch „Pegida. Schwarzbraune Haselnuss-Nougat-Creme“ verziert. Vermutlich eine Anspielung auf das Volkslied „Schwarzbraun ist die Haselnuss.“

Etikett vermutlich privat erstellt

Ferrero äußerte sich damals wie folgt: „Wir sind strikt gegen jegliche Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskrimierung.“ Außerdem sollte geprüft werden, ob und wie dagegen vorgegangen werden könne, um weitere eine weitere Verbreitung zu vermeiden.

Der Konzern schloss aber damals schon aus, dass das Etikett vom Hersteller selbst ausgeliefert oder über dessen Website erstellt wurde. Denn tatsächlich: „Pegida“ kann man auf der Seite nicht als Wunschnamen angeben. (db/dpa)

 
 

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