Essen

Steeler Jungs bedrohen Gegner: Sie waren sogar schon bei ihnen zuhause

Die Polizei wird am Donnerstagabend mit vielen Einsatzkräften in Essen-Steele präsent sein. (Archivbild)
Die Polizei wird am Donnerstagabend mit vielen Einsatzkräften in Essen-Steele präsent sein. (Archivbild)
Foto: privat

Essen. Die Steeler Jungs marschieren jeden Donnerstag durch den Stadtteil in Essen, sorgten zuletzt für Aufsehen wegen eines Umzugwagens mit rechtsextremen Symbolen und Parolen beim Steeler Karnevalsumzug (wir berichteten).

Nun sollen die Steeler Jungs aus Essen noch eine Schippe draufgelegt haben. Das Bündnis „Steele bleibt bunt“ berichtet von Einschüchterungsversuchen durch die Steeler Jungs. Eines der Mitglieder soll sogar bei sich zuhause von den Steeler Jungs aufgesucht worden sein.

Steeler Jungs aus Essen fotografieren Mitglieder der Gegendemo und folgen ihnen nach Hause

Max Adelmann vom Bündnis „Essen stellt sich quer“, das zusammen mit dem Steeler Bündnis arbeitet, hat sich an DER WESTEN gewandt und von den Einschüchterungsversuchen erzählt.

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„Das Bündnis „Steele bleibt bunt“ hatte Plenumstreffen. Die Teilnehmer wurden vom Steeler Jungs-Fotografen fotografiert. Am Sonntag hat ein führendes Mitglied der Steeler Jungs bei einem Aktiven in Steele Fotos von dessen Wohnhaus und durchs Fenster in die Wohnung angefertigt. Das sind Einschüchterungsversuche, die nicht hinnehmbar sind“, sagt Adelmann.

Steeler Jungs hetzen in den sozialen Medien bedrohlich gegen Bündnis-Mitglieder

Zudem haben die Steeler Jungs in den sozialen Medien Stimmung gegen das Bündnis gemacht, sogar gegen einzelne Personen wurde bedrohlich gehetzt, Klarnamen wurden genannt. Die Rede war dort von „Parasiten, gegen die es keinen Impfstoff gibt, nach Ablegern wird gefahndet, nach einem passenden Impfstoff wird fieberhaft gesucht“. (Postings liegen der Redaktion vor). Gemeint ist das Bündnis „Steele bleibt bunt“.

Die Polizei Essen bestätigte, dass am 31. März Strafanzeige gegen zwei Mitglieder der Steeler Jungs gefertigt wurde. Dabei gehe es vor allem um das Fotografieren der Mitglieder und der Wohnung eines Mitgliedes von „Steele bleibt bunt“.

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Polizei ist am Donnerstag mit mehr Kräften vor Ort

Am Donnerstagabend marschieren die Steeler Jungs ab 18 Uhr wieder durch den Stadtteil. Um 17.30 Uhr beginnt bereits die Gegendemo.

Die Polizei Essen ist ebenfalls vor Ort, die Hundertschaft wird geschickt. „Wir merken, dass sich die Stimmung zurzeit zwischen den beiden Bündnissen aufheizt. Deswegen werden ein paar mehr Kräfte vor Ort sein als sonst. Wir wollen nicht, dass es zu Ausschreitungen kommt und alles ruhig bleibt“, sagt eine Polizeisprecherin. (fb)

 
 

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