Essen

Essen: Unglaublich, wie viel Geld ein Essener für seine Schrott-Immobilie haben will

In der Zinkstraße verwahrlosen Mehrfamilienhäuser.
In der Zinkstraße verwahrlosen Mehrfamilienhäuser.
Foto: Dennis Özmen
  • In der Essener Zinkstraße verfallen einige Mehrfamilienhäuser
  • Die Stadt Essen will die Immobilien nun aufkaufen
  • Was ein Eigentümer für sein Haus verlangt, sprengt den Rahmen

Essen. In der Zinkstraße 10 bis 20 im Essener Stadtteil Bergeborbeck bietet sich Anwohnern und Besuchern ein katastrophales Bild: Eingeschlagene Kellerschächte, vermüllte Gärten, Plastikabfall, der aus der Erde ragt. Auch Ratten sollen sich in den Wohnungen schon angesiedelt haben.

Das berichtet eine schockierte Bewohnerin des Wohnblocks in Essen gegenüber DER WESTEN. Die Frau, die aus Angst vor Anfeindungen anonym bleiben möchte, macht auch klar: Lange hält es hier niemand aus. Weswegen sich nun auch die Stadt Essen eingeschaltet hat – sie möchte die Schrottimmobilien aufkaufen.

Stadt Essen kauft Schrottimmobilien auf

Die Stadt Essen will den Schrottimmobilien ein Ende bereiten. Auch die Landesregierung schaltete sich bereits ein, unterstützte die Stadt Essen vergangenes Jahr mit 5,7 Millionen Euro. Elf Wohnungen habe die Stadt nach Angaben der WAZbereits bei einer Zwangsversteigerung erworben.

Wie die Stadtverwaltung den Brennpunkt entschärfen will, ist noch unklar. Zwei mögliche Optionen: Der Abriss der Immobilien oder ein Neuanfang durch neue Vermieter.

Ein Geschäft mit den Schrottimmobilien

Dass sich nun auch die Stadt eingeschaltet hat, nutzen einige Wohnungsbesitzer schamlos aus. Sie wollen Profit machen. Ein Mann, dem zwei Wohnungen gehören, will von der Stadt über 60.000 Euro haben – nur für eine der beiden Immobilien. Das berichtete die WAZ.

Wie viel die Wohnung an der Zinkstraße eigentlich wert sind, will uns die Stadt Essen nicht verraten. Der Grund: Potentielle Konkurrenten könnten erfahren, bis zu welchen Preis sie mitbieten können, sodass Eigentümer ein Geschäft daraus machen könnten. Verhandelt habe die Stadt Essen bislang nicht mit dem dreisten Eigentümer.

Zur groben Orientierung, wie viel die Schrottimmobilie in der Zinkstraße wert sein könnte: Eine Wohnung im vergleichbaren Zustand im Essener Stadtteil Altendorf wird in einem Gutachten des Amtsgerichts Essen auf 31.000 Euro geschätzt. Eine Gebäude in Essen-Steele, das als Abbruchobjekt gilt, hat einen Wert von 16.000 Euro.

Die Anwohnerin mutmaßt, dass die Wohnungen an der Zinkstraße sogar weniger wert sind: „Für 5.000 bis 10.000 Euro kriegst du hier eine Wohnung“, behauptet sie.

Mieter meiden Kontakt

Der Frau ist es wichtig, zu betonen, dass nicht alle Vermieter ihre Immobilien verwahrlosen lassen. „Der Vermieter gehört zu den sauberen“, sagt sie und weist uns auf einen Mann hin, der das Geschehen vom Fenster aus beobachtet. „Doch ein oder zwei Vermieter können sich nicht um all die Probleme kümmern, die über 40 Eigentümer verursachen“, ergänzt die Frau.

Keine Besserung in Sicht

Trotz der Zwangsversteigerungen und Kontrollen des Ordnungsamts bezweifelt die Anwohnerin, dass sich in der Zinkstraße etwas ändern wird. Im Gegenteil: „Ich denke, es wird schlimmer. Seit das Problem begonnen hat, gibt es keine Besserung.“

Ihre Nachbarn würden sich mittlerweile Hunde anschaffen, weil in ihre Garagen eingebrochen wurde. Auch sie selbst habe auch einen Einbruchsversuch erlebt.

 
 

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