Essen: Obdachloser kann der Hitze nicht entkommen – „Das ist der Untergang!“

Die Obdachlosen leiden besonders unter dem extremen Wetter in NRW. (Symbolbild)
Die Obdachlosen leiden besonders unter dem extremen Wetter in NRW. (Symbolbild)
Foto: imago images / Pacific Press Agency

Besonders hart trifft das extreme Wetter in NRW in dieser Woche die, die keine Möglichkeit haben, Schutz vor der Hitze zu suchen.

Dazu gehören vor allem die Obdachlosen, die in den völlig überhitzten Großstädten keinerlei Möglichkeit haben, sich abzukühlen. Einer von ihnen ist Norbert. Seit Jahren lebt er in Essen auf der Straße.

Wetter in NRW: So schlimm ist die Hitze für die Menschen auf der Straße

Norbert sitzt am Mittwochvormittag an dem Brunnen am Essener Dom im Schatten. Er hält seine Füße ins Wasser. Das kühlt nicht nur ab, sondern der Obdachlose macht so zugleich auch seine Hosenbeine sauber.

Die Hose ist die einzige, die er noch hat. Es ist eine blaue Arbeitshose. Dickes Material, viel zu dick für die angekündigten 40 Grad. Immerhin die Füße bleiben kühl.

Obdachloser fühlt sich nicht willkommen

Zumindest bis der Pfarrer kommt, vermutet Norbert. „Gestern haben hier zwei Kinder geplanscht, sie hatten sogar Entchen mit im Wasser. Das passte dem Pfaffen nicht, er hat sie weggescheucht.“

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Deswegen glaubt Norbert, dass auch er nicht mehr lange das kühle Wasser genießen kann. „Sobald der herkommt, muss ich gehen“, ist sich der Obdachlose sicher.

Das sei laut Ulrich Lota, Sprecher vom Bistum Essen, nicht die gängige Praxis am Dom. „Da wird niemand verscheucht. Am Bischofshaus am Dom können Obdachlose klingeln, da werden dann Butterbrote ausgegeben“, sagt Lota. Nur, wenn jemand massiv bettele oder Besucher bedrohe, schreite Sicherheitspersonal ein.

Hitze in der Großstadt sei „der Untergang“

Zumindest Norbert fühlt sich am Brunnen nicht sehr willkommen. Aber auch am Bahnhof, am Weberplatz oder an den unterirdischen U-Bahn-Haltestellen dürfe er nicht bleiben. Wann immer er ein kühleres Plätzchen für ein Nickerchen gefunden habe, würden Polizisten ihn wegscheuchen.

„Ich suche immer den Schatten“, erzählt Norbert. Viel mehr bliebe ihm nicht übrig. Das Leben auf der Straße sei hart genug, die Hitze mache alles noch schlimmer. „Das ist der Untergang“, sagt er. (vh)

 
 

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