Essen

Versuchter Ehrenmord in Essen: Wachdienst findet mysteriösen Zettel im Gerichtssaal – sein Inhalt ist verstörend

Jörg Schmitt leitet den Ehrenmord-Prozess in Essen als vorsitzender Richter.
Jörg Schmitt leitet den Ehrenmord-Prozess in Essen als vorsitzender Richter.
Foto: Kai Kitschenberg / FunkeFotoServices

Essen. Der elfte Prozesstag um den versuchten Ehrenmord in Essen hätte kaum skurriler beginnen können. Kaum hatten alle Beteiligten Platz genommen, zückte der Vorsitzende Richter ein kleines Stück Papier und hielt es hoch.

„Dieser Zettel ist im Gerichtssaal gefunden worden. Gehört der jemandem?“, fragte Jörg Schmitt in den erneut voll besetzten Saal.

Versuchter Ehrenmord in Essen: Mysteriöser Zettel im Gerichtssaal gefunden

Dann las er vor, was auf dem Zettelchen stand – und sorgte für irritierte Blicke: „Ich bin bereit, meine Leber zu spenden für Mohammad A.“

Wie bitte?! Offenbar hat einer der Angeklagten diese Notiz verfasst und im Gerichtssaal liegen gelassen. Will einer der Angeklagten, die Mohammad A. im vergangenen Jahr noch folterten und töten wollten, ihm jetzt eine Leber spenden?

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Alles deutet darauf hin, dass es sich hier um einen makaberen Scherz handelt. Eine Leber-Lebendspende ist zwar möglich, bei Mohammad A. jedoch überhaupt nicht nötig.

Beim versuchten Ehrenmord erlitt er zwar durch einen Messerstich Verletzungen an inneren Organen, unter anderem der Leber. Diese Wunde ist – auch dank einer Not-OP direkt nach dem Angriff – heute verheilt. Auf eine Spende ist A. deshalb gar nicht angewiesen.

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Zudem: Auch nach dem Verlesen meldete sich der Verfasser der Nachricht nicht. Alle schauten sich verwirrt um, es rumorte im Saal. Doch es bleibt unklar, wer der Besitzer des Papierfetzens ist. Nun wird der Zettel entsorgt.

Im Anschluss an die Irritationen um die mysteriöse Nachricht wurden beim Ehrenmord-Prozess in Essen die Videos gezeigt, die die Täter beim brutalen Angriff auf Mohammad A. mit ihren Handys aufnahmen. >> Alle Infos dazu hier

 
 

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