Essen

Essenerin fährt an Zeche vorbei – und macht eine seltsame Entdeckung

Das Fördergerüst der ehemaligen Zeche Amalie in Essen-Altendorf. Der Schacht dient heute nur noch der Wasserhaltung. Am Dienstag liefen dort aber die Förderbänder.
Das Fördergerüst der ehemaligen Zeche Amalie in Essen-Altendorf. Der Schacht dient heute nur noch der Wasserhaltung. Am Dienstag liefen dort aber die Förderbänder.
Foto: imago images/Jochen Tack

Essen. Die letzte Zeche im Ruhrgebiet wurde am 21. Dezember 2018 geschlossen. An diesem historischen Tag wurde in Prosper-Haniel in Bottrop das letzte Stück Steinkohle gefördert. Ist denn damit jetzt komplett Schicht im Schacht? Wohl nicht so ganz. Eine Essenerin hatte nämlich mit Erstaunen festgestellt, dass sich doch tatsächlich die Räder der stillgelegten Zeche Amalie in Essen am Dienstagmorgen drehten.

Sarah Schäfers (34) aus Essen war ganz aus dem Häuschen. Sie schoss ein Foto am Berthold-Beitz-Boulevard und teilte ihre Beobachtung in einer Essener Facebook-Gruppe.

Essenerin fährt am Schacht Amalie vorbei und sieht, dass sich die Räder drehen

Dort fragte sie: „Weiß jemand, warum sich ab und an die Räder drehen? Sonst haben wir sie immer nur still stehen sehen, aber heute schon zum zweiten Mal, dass sie sich drehen.“

Andere Nutzer mit Pütt-Erfahrung oder Bergbau-Kenntnissen liefern ihr prompt Erklärungen: Es sei sehr wahrscheinlich eine Wasserhaltung, Grubenwasser müsse abgepumpt werden. Auch könne eine Wartung dahinterstecken.

Auf Nachfrage von DER WESTEN bei der RAG, die für die Instandhaltung der stillgelegten Zechen im Ruhrgebiet verantwortlich ist, bestätigt Pressesprecher Ulrich Aghte die Vermutungen der Essener. „Das war wohl eine Routinekontrolle“, erklärt er und führt weiter aus, dass die Zeche Amalie ein derzeit noch aktiver Wasserhaltungsstandort sei.

Routinekontrolle am Schacht Amalie in Essen

Dabei dienen die Seilfahrten tatsächlich der Kontrolle, Wartung und Instandsetzung. Diese würden regelmäßig zum Beispiel zur Jahresrevision stattfinden. Auch gebe es vorgeschriebene Wartungsintervalle. Zudem fahre die Aufsichtsbehörde auch ab und an in den Schacht ein.

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Bei einer Instandsetzung erhalte die Leitwarte eine Meldung. Dann müsse fallbezogen nachgeschaut werden und eventuell auch ausgebessert.

Elf aktive Wasserhaltungsstandorte im Ruhrgebiet

Das Wassermanagement ist für die RAG nach eigener Aussage eine der „wichtigsten Ewigkeitsaufgaben“, damit das Trinkwasser sauber bleibt. Elf Wasserhaltungsstandorte gibt es derzeit noch im Ruhrgebiet. Die Zeche Amalie ist einer von ihnen. Sie verhindern, dass das Grubenwasser sich mit dem Grundwasser vermischt.

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Dabei werden rund 110 Millionen Kubikmeter Grubenwasser in NRW und dem Saarland gefördert, damit dieses nicht in die Nebenläufe von Flüssen und Bächen fließt. Diese werden dann in von unter Tage in Rhein und Ruhr, Lippe und auch Emscher gelenkt.

 
 

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