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Essen: Nach krassem JVA-Ausbruch in Bochum – wie sicher ist die JVA Essen?

Der letzt Ausbruch aus dem Gefängnis in Essen ist schon eine Weile her.
Der letzt Ausbruch aus dem Gefängnis in Essen ist schon eine Weile her.
Foto: imago images / biky

Essen. Vor rund einer Woche hat Aleksander Erceg die Gefängnismauern der JVA Bochum überwunden und ist seit dem spurlos verschwunden. Einige Leser von Der Westen reagierten schockiert: „Sowas darf echt nicht passieren“ oder „richtig gefährlich“ hieß es in den Facebook-Kommentaren zu dem entsprechenden Artikel.

Auch in Essen gibt es eine JVA, in der rund 500 Häftlinge ihre Strafe absitzen. Ist ein Ausbruch aus dem Gefängnis auch in Essen denkbar?

Essen: Wie sicher ist das Gefängnis?

Tatsächlich vermutet Marc Marin, Pressesprecher der JVA Essen: „Jeder zweite Häftling spielt mit Sicherheit mit Fluchtgedanken.“

Das sei nicht ungewöhnlich. Aber nur wenige würden sie wirklich in die Tat umsetzen. Außerdem seien einige dieser Fluchtversuche so stümperhaft in der Ausführung, dass sie kaum als solche gelten könnten.

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„Wenn wir bemerken, dass jemand an der Wand herumschabt oder mit einer Pfeile an den Gitterstäben herumsägt, greifen wir ein“, sagt Marin. Für die JVA Essen gibt er daher Entwarnung: „Es ist nicht mit einem Ausbruch zu rechnen“, beruhigt Marin.

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Letzter Ausbruch aus Essener JVA vor 17 Jahren

Dementsprechend lange her ist der letzte Ausbruch eines Insassen aus dem Essener Gefängnis. Das war 2002. Damals nutzte der Täter eine Schwachstelle im Mauerwerk – das bestand damals zum Teil aus Glasbausteinen – für seine Flucht. Dort brach der verurteilte Straftäter durch die Mauer und verließ die JVA so am hellichten Tag.

Besonders kurios: Passanten sahen ihm dabei zu. Denen versicherte der Mann, es handele sich um eine Filmproduktion – und die Passanten ließen ihn tatsächlich laufen.

Knast-Ausbrecher ein Jahr lang auf der Flucht

Erst mehr als ein Jahr später tauchte der flüchtige Sträfling wieder auf, als er bei einer weiteren Straftat erwischt wurde. „Neben der neuen Strafe musste er dann noch die Reststrafe verbüßen“, sagt Marin.

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Diese Sicherheitslücke mit den Glasbausteinen habe die JVA damals schnellstmöglich geschlossen. Deswegen sei es ausgeschlossen, dass ein weiterer Häftling auf diese Weise aus dem Knast abhaue.

Fluchtversuche sind legal

Kritisch wurde es noch einmal im Jahr 2014. Ein Insasse befreite sich nachts aus seiner Zelle und schaffe es bis hinauf auf das Gefängnisdach. Hier ging es für ihn allerdings nicht mehr weiter. „Er war noch weit weg von der Außengrenze. Die Kollegen reagierten gut und konnten ihn oben stellen“, sagt Marin.

Ein Fluchtversuch selbst sei übrigens keine Straftat. Komme es bei der Flucht allerdings zu Sachbeschädigung oder Körperverletzung, sei das auch dann strafbar. Und vom Gefängnis bekomme der Häftling möglicherweise eine Disziplinarmaßnahme, wie etwa eine Freizeitsperre, aufgebrummt.

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JVA-Sprecher: JVA Essen ist sicher

„Auf jeden Fall wird diese Person anschließend genau beobachtet und wenn nötig, leiten wir spezielle Sicherheitsmaßnahmen ein“, erklärt der Sprecher.

Es gebe keinen Grund zur Beunruhigung. „Was das betrifft, sind wir insgesamt sehr sicher in diesem Land“, sagt Marin. (vh)

 
 

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