Essen

Essener kauft Musik-DVD im Elektromarkt - als er sie verkaufen will, soll er plötzlich eine hohe Strafe zahlen

Ein Essener erhielt nach dem Verkauf einer CD eine Abmahnung: Es liege ein Verstoß gegen das Urheberrechts vor. (Symbolbild)
Ein Essener erhielt nach dem Verkauf einer CD eine Abmahnung: Es liege ein Verstoß gegen das Urheberrechts vor. (Symbolbild)
Foto: dpa/Symbolbild

Essen. Häufig kommt es vor, dass man alte Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, am Flohmarkt oder auch online verkauft. Das ist grundsätzlich eine gute Idee. Das dachte sich auch ein Rentner aus Essen.

Er hat sich dazu entschlossen, seine Musik-DVD „Best of Rock“ zu verkaufen und stellte bei eBay eine Anzeige ein. Einen Euro wollte er dafür haben. Doch schnell wurde das Angebot gesperrt und einige Tage später flatterte dann ein Brief einer Anwaltskanzlei aus Hamburg ins Haus – eine Abmahnung. Das berichtet der „WDR

Essener erhält plötzlich eine Abmahnung

Der 67-Jährige soll 319 Euro bezahlen, weil er gegen das Urheberrecht verstoßen habe: Auf der DVD befindet sich der Song „See Emily Play“ der britischen Rockband Pink Floyd. Ohne die Rechte zu besitzen, sei das Lied auf die DVD gekommen und da der Essener sie nun habe verkaufen wollen, verletze er das Urheberrecht.

Doch wie hätte der Rentner das wissen können und wie soll man sich verhalten, wenn man in solche eine Situation gerät? DER WESTEN hat mit einem Experten gesprochen: Rechtsanwalt Roman Amonat aus Essen ist auf Medien- und Urheberrecht spezialisiert. Er sagt: „Das Problem: Das Urheberrecht ist verschuldsunfähig.“

Das heißt im Klartext: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht und eine Abmahnung ist aus rechtlicher Sicht berechtigt, wenn man – wie in diesem Fall – ein Produkt weiterverkauft, dessen Urheberrecht schon zuvor verletzt wurde.

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Verkauf von CDs: So solltest du dich verhalten

Bedeutet das, dass man besser davon absehen sollte, Dinge wie CDs und DVDs zu verkaufen? „Ich sag es mal so“, erklärt Amonat, „wenn man eine Musik-CD auf dem Flohmarkt-Wühltisch findet und die dann weit unter Wert verkauft wird, es offensichtlich ist, dass es keine offizielle Sammlung ist: Dann sollte man die CD keinesfalls weiterverkaufen.“

Benutzt man die CD oder DVD nur privat, dann ist das hingegen kein Problem, so der Anwalt.

DVD-Verkauf: Unter Umständen kann man sich strafbar machen

Bekommt man aus irgendeinem Grund doch Probleme, oder wie der Essener eine Abmahnung, dann muss man sich genau überlegen, wie man vorgeht.

Denn liegt tatsächlich ein Verstoß gegen das Urheberrecht vor, so „macht man sich angreifbar. Dann ist das Risiko enorm hoch. Denn kommt es tatsächlich zu einem Gerichtsverfahren, können die Kosten für Gericht und Anwalt schnell in die Höhe gehen.“

Gerichtsverhandlung kann teuer werden

Wird dann tatsächlich eine Urheberrechtsverletzung festgestellt, muss der Verkäufer blechen – auch wenn er nicht direkt Schuld trägt. Den wirklich Schuldigen zu finden, sei dabei eine Kette, so der Experte. Man müsse zurückgehen zum ursprünglichen Verkäufer, der zum Händler und so weiter. Das ist aber nicht ganz einfach.

Im Fall des Rentners aus Essen kann er den Markt, in dem er die DVD gekauft hat, nicht verantwortlich machen – er hat den Kassenzettel nicht mehr.

Falls man Zweifel am Produkt hat, rät Rechtsanwalt Roman Amonat: „Bei Privatgebrauch passiert auf jeden Fall nichts.“

 
 

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