Essen: Mord an Anna S. – Anklage enthüllt grausame Details

Michael S. verbirgt sein Gesicht hinter einem Ordner. Neben ihm seine Verteidiger.
Michael S. verbirgt sein Gesicht hinter einem Ordner. Neben ihm seine Verteidiger.
Foto: Metin Gülmen/DER WESTEN

DIESER Prozess geht als „Mord ohne Leiche“-Fall in die Akten ein – jetzt muss sich der mutmaßliche Mörder in Essen verantworten!

Michael S. (47) aus Krefeld muss sich seit Mittwoch wegen Mordes vor dem Schwurgericht Essen verantworten. Der Mann soll im Juni 2019 seine Ex-Freundin Anna S. brutal umgebracht haben. Laut Anklage hatte S. die in Gelsenkirchen wohnende Frau zu seiner Wohnung gefahren, sie dort gefesselt und mit einer Plastiktüte erstickt.

So sieht eine Zelle der JVA Bochum von innen aus
So sieht eine Zelle der JVA Bochum von innen aus

Die Leiche von Anna S. ist bis heute nicht gefunden worden. Das Tatmotiv: Eifersucht. Der 47-Jährige ist im November 2019 festgenommen worden, als Ermittler belastendes Videomaterial auf sichergestellten Datenträgern gefunden hatten.

Essen: Verschwundene Anna S. soll erstickt worden sein

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt davon, dass Michael S. sie getötet hat. Das gefundene Videomaterial soll S. schwer belasten. Es soll eine fast nackte Frau auf dem Boden liegend zeigen, ihr Kopf stecke in einer Plastiktüte. Der Mann, der die Aufnahmen macht, vergehe sich dann an der hilflosen Frau. Sie zeige keinerlei Reaktion.

Dabei soll der Mann obszöne Wörter sagen. Anhand von Tattoos und den markanten Fingernägeln konnte Anna S. identifiziert werden – ihre Leiche ist aber bis heute nicht gefunden worden.

Das Verschwinden von Anna S.

Rückblick: Anna S. (damals 35) war laut Polizei am 23. Juni 2019 spurlos verschwunden. Den Abend zuvor verbringt die Kinderpflegerin mit ihrer Familie, verabredet sich für den nächsten Tag zum Brunch. Als sie zur Verabredung nicht erscheint und seltsame Nachrichten schreibt, macht sich die Familie große Sorgen. Die Polizei wird eingeschaltet. Schnell wird klar: Anna ist Opfer eines Verbrechens geworden.

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Schon 1999 hatte er Ex-Freundin bestialisch getötet

Zum Prozessauftakt am Mittwoch ist durch Verlesen bekannt geworden, dass Michael S. bereits zuvor eine langjährige Freiheitsstrafe wegen Totschlag verbüßt hatte. Das Duisburger Landgericht hatte ihn damals zu elf Jahren Haft verurteilt. 1999 hatte Michael S. seiner Freundin in deren Wohnung aufgelauert, sie mit 120 Messerstichen getötet – weil sie ihn verlassen hatte.

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Zudem ist er bereits Anfang 2020 vom Landgericht Krefeld zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Der Grund: Aus Eifersucht hatte er seine aktuelle Freundin, eine 32-Jährige aus Essen, gefesselt und verprügelt. Das geschah in einer „eigentlich harmonischen“ Liebesnacht, der Angriff habe die Frau ohne jede Vorwarnung getroffen.

Angeklagter und Stiefvater wollen nicht aussagen

Eine Aussage machen wollte Michael S. am Mittwoch nicht. Auch sein Stiefvater Jürgen R. (64) hat vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. In der Anklageschrift fordert die Staatsanwaltschaft für S. die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung. Nicht nur den Mord, auch eine Brandstiftung beim Opfer wirft die Staatsanwaltschaft S. vor. Mit zwei Grillanzündern soll er Feuer in der Wohnung gelegt haben.

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Der Prozess wird fortgesetzt.

 
 

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