Essen

Essen: Mit DIESER Aktion machen Discos auf katastrophale Situation aufmerksam – „droht die Zerstörung“

Ein Bild aus Zeiten vor der Coronakrise. So sieht es derzeit in keiner Disko aus. (Archivbild)
Ein Bild aus Zeiten vor der Coronakrise. So sieht es derzeit in keiner Disko aus. (Archivbild)
Foto: Funke Foto Services

Essen. Die Coronakrise hat alle Bereiche des Lebens im Griff und auch in Essen sind die Auswirkungen stark zu spüren. Doch in kaum einer Branche zeigen sich die finanziellen Konsequenzen so sehr wie im Kulturbereich, wozu auch Clubs und Discotheken gehören.

Die Betreiber vieler Clubs und Discos auch in Essen kämpfen ums Überleben, sie mussten als eine der Ersten ihre Läden schließen und im Gegensatz zu Kneipen und Bars dürfen sie auch nach mehr als einem halben Jahr immer noch nicht wieder öffnen. Und das, obwohl sich in vielen Bars und Kneipen Essens die Menschen ebenso dicht an dicht drängen wie sie es beim Tanzen in einer Disco tun würden.

Auf diesen Missstand wollen die Clubs der Stadt nun mit einer Aktion aufmerksam machen, die am Samstag, 12. September, stattfinden wird.

Clubs in Essen wollen auf katastrophale Situation aufmerksam machen

Dafür haben sich die Betreiber folgender Clubs und Discos zusammengefunden:

  • Turock
  • Delta
  • Hotel Shangai
  • Goethebunker
  • Südrock
  • Mupa
  • Rockförderverein
  • Veranstalter des Pfingst Openair Werden.

„Für den Erhalt der Clubszene in Essen“ wollen sie kämpfen und auch darauf aufmerksam machen, dass gerade dieser Bereich von der Politik größtenteils alleine gelassen wird.

Viele Betriebe stehen vor der Insolvenz

„Die Herausforderungen und Belastungen, die diese Schließungen und das faktische Berufsverbot mit sich bringen, sind allerdings so gravierend, dass die Betriebe, die ohne eigenes Verschulden in die derzeitige Situation geraten sind, vor der Insolvenz stehen“, sagt Marcus Kalbitzer vom Rockförderverein Essen.

>>> Ruhrbahn in Essen: Verkehrsunternehmen weist auf DIESE Neuerung hin – doch die Kunden reagieren wütend

Und weiter betont er: „Im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftsbereichen, fehlen der Clubszene bisher Perspektiven und Maßnahmen zur schrittweisen Öffnung oder zur voraussichtlichen Dauer der Schließung (Ausnahme: Großveranstaltungen bis zum 31.12.2020, die aber noch immer nicht näher definiert worden sind). Die Clubs werden diesbezüglich im Unklaren gelassen und haben keine Möglichkeit, sich auf ein Szenario einzustellen oder selbst ein solches zu entwickeln. Leider ist der Betrieb einer Veranstaltungsstätte unter den Bedingungen hoher Kapazitätsbeschränkungen, der Einhaltung aktuell geforderter Abstandsregeln und Hygienevorschriften wirtschaftlich nicht darstellbar.“

Deswegen gibt es am Samstag auf dem Freiluftgelände des Delta in Essen einen Clubabend unter dem Motto „Clubs United“, an dem auch getanzt werden darf. Allerdings sind die Tickets limitiert auf 250 Stück und bereits restlos ausverkauft.

>>> Essen: Brutale Schlägerei zwischen zwei Gruppen eskaliert – 19-Jähriger springt bei Flucht aus Fenster

Tanzen ist in 10er-Gruppen erlaubt

Beginn ist um 15 Uhr, Ende um 23 Uhr. Marcus Kalbitzer sagt dazu: „Man kann auf Wiesen- oder Sandflächen in Liegestühlen, Loungemöbeln oder an Bierzeltgarnituren sitzen. Die jeweiligen Parzellen sind für 10 Personen ausgelegt. In den Parzellen ist das Tanzen erlaubt. Die Corona Schutzverordnung und die entsprechenden Hygienevorschriften werden dabei vollumfänglich umgesetzt.“

>>> Essen: Mann fühlt sich durch zu laute Musik in der S-Bahn gestört – als er sich beschwert, kassiert er Schläge von IHNEN

Lebenszeichen und Weckruf soll so gesendet werden

Dass das Ganze natürlich nur eine symbolische Aktion ist, ist ihm dabei völlig klar. Es soll als Lebenzeichen und Weckruf gelten für die Politiker. „Es droht die Zerstörung einer über Jahre gewachsenen Infrastruktur im freien kulturellen Bereich und damit der Verlust von Arbeitsplätzen, kulturellen Produktions- und Präsentationsstätten, Angeboten zur Freizeitgestaltung sowie aller an die Veranstaltungsbranche angeschlossenen Dienstleistern und Gewerken.“

Die Stadt Essen habe das Projekt unterstützt, bereits im Mai habe man sich das erste Mal zusammengesetzt. Doch auf lange Sicht ist eines klar: Die Kultur in Essen und ganz Deutschland kann nicht überleben, wenn sie nicht ausgelebt werden darf.

 
 

EURE FAVORITEN