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Essen: Mindestabstand macht Gastronomie Probleme – Café-Besitzer haben nun diese irre Idee

Das Café Livres in Essen hat sich eine kreative Lösung einfallen lassen, um den Mindestabstand einzuhalten. (Symbolbild)
Das Café Livres in Essen hat sich eine kreative Lösung einfallen lassen, um den Mindestabstand einzuhalten. (Symbolbild)
Foto: imago images / Westend61

Essen. Hast du dir in Essen bereits im Café ein Käffchen gegönnt oder wieder in deinem Lieblingsrestaurant gespeist? Dann dürfte dir aufgefallen sein, dass sich einiges geändert hat. Denn durch die Corona-Verordnung mussten Gastronomen umgestalten. Vor allem der Mindestabstand sorgt für Probleme. Ein Café aus Essen hat dafür eine kreative Lösung gefunden.

Ob Flatterband, Stühle auf Tischen oder gar Plastikwände zwischen den Bereichen. Die Gastronomie in Essen muss kreativ werden. Denn Gäste müssen 1,5 Meter voneinander entfernt sitzen – sonst bekommen Betreiber Ärger mit dem Ordnungsamt und müssen Strafe zahlen.

Für viele bedeutet das: nur noch halb so viel Kundschaft. Denn irgendwann ist jeder Tisch besetzt und mehr Menschen dürfen einfach nicht rein.

Essen: Café Livres setzt auf erstarrte Gäste

Unschön und gar nicht mehr gemütlich sieht es mit Flatterband und Co aus. So aber nicht mit Johann Sasse (42) und Carola Bühn (40) vom Café Livres an der Moltkestraße in Essen. Denn Absperrband passt so gar nicht in ihr Konzept. „Wir können auch keine Tische raustragen. Wir haben keinen Lagerraum“, erzählt Betreiber Sasse.

Lange haben sie überlegt, welche schöneren Alternativen es gibt. Schließlich wandten sie sich an die Theater- und Philharmonie Essen (TUP). „Wir arbeiten eng zusammen und haben vor Corona jeden Monat eine Lesung veranstaltet.“

Von der TUP bekamen die beiden sieben Schaufenster-Puppen. Gudrun, Viktoria und Co. sorgen jetzt dafür, dass die Hälfte der Tische dauerhaft belegt sind. Und das kommt gut an. „So fühlen sich die Gäste, wenn nicht so viel los ist, nicht so alleine.“

Positioniert sind die Schaufenster-Puppen in dem Café in Essen in typischen Situation. So sitzt eine Dame alleine und liest Zeitung, andere unterhalten sich zu zweit. Von außen hat es den Anschein, das dort lebendige Gäste sitzen.

Essen: Kontaktzettel kommt nicht bei jeden gut an

Mit Hut, Bluse oder auch Kleid sitzen die erstarrten Gäste an jedem zweiten Tisch und sorgen so für den Abstand zwischen den lebenden Gästen. Die Klamotten der Puppen stammen aus dem hauseigenen Kleiderschrank von Bühn. „Die Kleidung soll auch mal gewechselt, passend zur Jahreszeit“, verriet Sasse.

Gast Martin Wippersteg (52) ist etwas irritiert von den starren Gästen, findet die Idee aber gut. Doch eine Sache stört den 52-Jährigen, der nach der Arbeit gerne im Café Livres isst, sehr. Und das ist bei allen Gastronomie-Betrieben so.

Denn auf einmal Zettel muss er seine Kontaktdaten hinterlassen. Falls eine Person sich mit Covid-19 infiziert hat, die zur selben Zeit im Laden war, wird er kontaktiert. „Dann muss ich zwei Wochen in Quarantäne. Ich hole mir dann ehrlich gesagt doch lieber etwas zu Mitnehmen und esse es draußen.“

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Das spürt auch Sasse. Die Gäste kommen, aber nicht so viele wie vor Corona. „Während des Lockdowns hatte ich keine Existenzangst, da wir mit Hilfsgeldern vom Land unterstützt wurden. Gerade entwickle ich eher welche.“

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Denn die Kosten steigen wie vorher, aber die Einnahmen sind noch sehr mau. „Auf der Straße ist einfach weniger Betrieb. Die Gäste müssen sich erstmal wieder dran gewöhnen, rauszugehen. Wir müssen einfach abwarten.“

 
 

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