Essen: Mann schaut in seinen Briefkasten, dann platzt ihm der Kragen – „Zum letzten Mal!“

Die Werbung „Einkauf aktuell“ geht einem Twitteruser aus Essen gehörig auf die Nerven.
Die Werbung „Einkauf aktuell“ geht einem Twitteruser aus Essen gehörig auf die Nerven.
Foto: dpa

Jeder kennt sie, kaum jemand mag sie: Die Werbeprospekte von „Einkauf aktuell“, die ständig im Briefkasten landen. Und das teilweise sogar, obwohl auf dem Briefkasten Aufkleber „Keine Werbung“ aufgebracht sind. So ist es nun auch einem User bei Twitter aus Essen ergangen. Und das fand er überhaupt nicht lustig.

„Zum letzten Mal! Wir wollen eure Scheiß Plastikpost nicht!“, kommentiert der Twitter-User den Stapel an in Plastik verpackte Werbung in seinem Hausflur. Er wolle die gesammelten Werke vor die Filiale in Essen-Borbeck ablegen.

So wie er denkt auch die Initiative „Letzte Werbung“.

Twitter-User aus Essen rastet wegen Plastikpost aus

Mit einer Bundestagspetition will die Initiative „Letzte Werbung“ eine drastische Einschränkung von Einwurfwerbung erreichen. Demnach sollen nur noch Haushalte Werbung in ihre Briefkästen bekommen, die mit einen Aufkleber ihre Zustimmung zeigen, wie die Initiative am Dienstag mitteilte.

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Nicht-adressierte Werbesendungen sind für Postunternehmen ein lukrativer Markt. Bekannt ist etwa die eingeschweißte Werbebroschüre „Einkauf aktuell“, die der Post zufolge wöchentlich bis zu 20 Millionen Haushalte erreicht.

Aufkleber erreichen ihr Ziel nicht

Die „Keine Werbung“-Aufkleber erreichten ihren Zweck nicht und würden viel zu häufig ignoriert. „Das ist nicht nur eine enorme Verschwendung von Ressourcen, sondern auch eine Belastung für unsere Entsorger“, betonte die Initiative.

Sie stützt sich auf Berechnungen der Universität Gießen. Demnach landen jährlich rund 35 Kilogramm nicht-adressierte Werbepost in jedem Briefkasten. Eine YouGov-Umfrage vom Februar 2019 zeige aber, dass lediglich 17 Prozent der Bevölkerung gerne nichtadressierte Werbepost erhalten.

Einsparpotenzial sei gewaltig

Das Einsparpotenzial sei gewaltig, so die Initiative. So könnten in Deutschland 780 000 Tonnen weniger Papiermüll anfallen. Letzte Werbung verwies auf positive Erfahrungen mit „Ich möchte Werbung“-Aufklebern in Amsterdam.

Im Internet kann die Petition erst in einigen Wochen unterzeichnet werden, sagte die Sprecherin von „Letzte Werbung“, Katharina Wallmann. Zunächst wollen die Aktivisten analog mit Unterschriftenlisten für ihr Ziel werben. (fb/dpa)

 
 

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