Essen ließ kriminellen 14-Jährigen für 45000 Euro überwachen

Der jugendlichen Intensivtäter wurde rund um die Uhr von Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes überwacht.
Der jugendlichen Intensivtäter wurde rund um die Uhr von Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes überwacht.
Foto: WAZ FotoPool/KerstinKokoska
Die Überwachung des 14-jährigen Intensivtäters aus Essen hat rund 45.000 Euro gekostet. Das bestätigte am Dienstag NRW-Innenminister Ralf Jäger. Der Junge musste zuvor aus einer geschlossenen Einrichtung entfernt werden, weil er dort Kinder und Betreuer bedroht haben soll.

Essen/Düsseldorf. Die Stadt Essen hat einen jugendlichen Intensivtäter 34 Tage lang für insgesamt rund 45.000 Euro von einem privaten Sicherheitsdienst überwachen lassen. Das bestätigte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion.

Der 14-Jährige habe seit seinem 11. Lebensjahr viele Gewalt- und Eigentumsdelikte auf dem Kerbholz, heißt es in der am Dienstag in Düsseldorf veröffentlichten Antwort. Während der Überwachung habe es keine neuen Straftaten gegeben. Weitere Observationen junger Intensivtäter seien der Landesregierung nicht bekannt.

Medienberichten zufolge war die täglich mit 1300 Euro zu Buche schlagende Rund-um-die Uhr-Überwachung für die hoch verschuldete Stadt das kleinere Übel. Zuvor hatte der Junge aus einer geschlossenen Einrichtung entfernt werden müssen, weil er auch dort Kinder und Betreuer bedroht haben soll.

Das Präventionsprogramm "Kurve kriegen" für kriminelle Kinder und Jugendliche komme in diesem Fall nicht infrage, erklärte der Innenminister. Das in acht Modellregionen laufende Projekt werde in Essen nicht angeboten.

 
 

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