Essen

Essener Libanesen-Clans drohen Buchautor mit dem Tod – „Wir werden dir auf den Kopf treten!“

Eine Razzia in Essen. (Symbolfoto)
Eine Razzia in Essen. (Symbolfoto)
Foto: Marcel Kusch/dpa

Essen. Ralph Ghadban berichtet schonungslos über Machenschaften von Libanesen-Clans – und trifft dabei offenbar wunde Punkte: Sein Buch „Arabische Clans – Die unterschätzte Gefahr“ war für manche Clan-Mitglieder nun endgültig genug.

In zahlreichen Hass-Videos wird der Islamwissenschaftler und Buchautor aufs Übelste beleidigt und bedroht. Das berichtet die WAZ.

Essen: Mitglieder von Familien-Clans drohen Buchauto mit dem Tod

Bereits im Oktober 2018 veröffentlichte Ralph Ghadban das Werk. So richtig aufmerksam wurden die Mitglieder arabischer Clans darauf aber offenbar erst, als der Politologe am 22. April live im libanesischen Fernsehen darüber sprach.

Dem Sender LBC erklärte Ghadban, arabische Clans hätten sich in Deutschland eine Parallelwelt geschaffen. In der gelten das Gesetz des Stärkeren und die völlige Missachtung des deutschen Justizsystems.

„Deutschland ist für sie eine Beutegesellschaft“, sagte Ghadban, was er vergangenen November bereits in einem Interview mit DER WESTEN erklärte.

Der gebürtige Libanese, der seit 1972 in Berlin lebt, wirft kriminellen Familienclans unter anderem Drogenhandel, Gewalt und Schutzgelderpressung vor. Clan-Mitglieder reagierten darauf nun mit einer heftigen Hasskampagne.

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Auf Whatsapp kursieren mehrere Videos, in denen zu Gewalt gegen Ralph Ghadban aufgerufen wird. „Wir finden dich, egal wo du bist. Und wir werden auf deinen Kopf treten“, sagt ein bekanntes Mitglied eines in Essen beheimateten Familienclans Richtung Ghadban – nur eins von vielen solcher Videos, die derzeit kursieren.

Laut WAZ-Bericht spielt der Essener Verein Familien-Union, ein einflussreicher Dachverband zahlreicher libanesisch-kurdischer Großfamilien, eine führende Rolle bei der Hetzkampagne gegen Ghadban. Deshalb hat sich auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen in die Affäre eingeschaltet.

Morddrohungen gegen Ralph Ghadban: Essens OB Kufen schaltet sich ein

„Die unverhohlenen Drohungen gegenüber eines Journalisten offensichtlich auch von Mitgliedern des Vereins Familien Union e.V. sind auf das Schärfste zu verurteilen“, stellt Kufen klar. In keiner freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft dürfe auf Kritik Gewaltandrohung folgen.

Es stelle sich sehr deutlich die Frage nach dem Selbstverständnis des Vereins, wenn ein solches Vorgehen nicht nur geduldet, sondern offensichtlich befördert wird. Die Stadt Essen erwarte eine klare Stellungnahme und eindeutige Distanzierung von den aktuellen Vorfällen.

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Eine Stellungnahme der Familien-Union folgte am Sonntag. Via Facebook wies der Verein jegliche Beteiligung an Bedrohungen gegen den Ghadban vehement von sich und stellte klar: „Deutschland ist unsere Heimat und nicht unsere Beutegesellschaft.“

Ralph Ghadban war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (red)

 
 

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