Essen

Essen: Opa soll Enkel mehr als 100-mal missbraucht haben – doch der Prozess verläuft anders als erwartet

Vor dem Landgericht Essen muss sich Frank S. (62, l.) verantworten: Er soll seinen Enkel über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben.
Vor dem Landgericht Essen muss sich Frank S. (62, l.) verantworten: Er soll seinen Enkel über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben.
Foto: Aaron Tanzmann

Essen. Die Zahlen, die von der Staatsanwaltschaft am Landgericht Essen verlesen werden, sind erschütternd. Insgesamt 126-mal soll Frank S. (62) seinen eigenen Enkel sexuell missbraucht haben. Am 9. Dezember beginnt der Prozess gegen den gebürtigen Essener.

Ihm gegenüber sitzt als Nebenkläger der heute 20-jährige Enkel. Von 2004 bis 2012 soll sich Frank S. wiederholt an dem Kind vergangen haben – sowohl in Essen als auch in den Niederlanden. Als die Übergriffe begonnen haben sollen, war das Opfer gerade einmal fünf Jahre alt.

Essen: Opa soll Enkel jahrelang missbraucht haben

Das Opfer war damals sehr oft bei seinen Großeltern, die Staatsanwaltschaft spricht von ihnen sogar als „Ersatzeltern“ des damaligen Kindes. In der Wohnung der Urgroßmutter soll es im Jahr 2004 zur ersten Annäherung gekommen sein, als Frank S. seinen damals fünfjährigen Enkel bei einem Mittagsschlaf im Schritt zu streicheln begann.

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In den Jahren darauf soll Frank S. immer mehr von seinem Enkel verlangt haben. In den Jahren 2007 bis 2009 soll es bis zu zweimal wöchentlich zum Oralverkehr gekommen sein, auch Analverkehr habe der Großvater ab 2008 verlangt. Der Junge war damals gerade mal neun Jahre alt.

Wurde der Enkel zum Sex mit seinen Großeltern gezwungen?

Doch die Vorwürfe steigern sich immer mehr ins Unfassbare: Bei einem Camping-Urlaub der Großeltern mit ihrem Enkelsohn soll Frank S. seine Frau mit Alkohol abgefüllt haben. Anschließend habe er seinen Enkel gezwungen, seinen Großeltern beim Sex zuzusehen.

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Noch schlimmer: Der Junge soll von Frank S. später selbst zum Sex mit seiner stark alkoholisierten Großmutter gezwungen worden sein.

Überraschung vor Gericht: Opfer verweigert die Aussage

Vor dem Landgericht Essen bestreitet Frank S. die Taten. Der 62-Jährige sei „entsetzt“ von den Vorwürfen, weiter will er sich jedoch nicht äußern. Doch als sein Enkel in den Zeugenstand tritt, nimmt der Prozess eine unerwartete Wendung.

Da er mit dem Angeklagten verwandt ist, hat der 20-Jährige ein Zeugnisverweigerungsrecht – und genau davon macht er überraschenderweise Gebrauch. Ohne seine Zeugenaussage konnte auch die Sachverständige nicht vernommen werden. Das Ergebnis: Freispruch für den angeklagten Frank S.!

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Ein erstaunlicher Prozessverlauf. Wie Gerichtssprecher Johannes Hidding gegenüber DER WESTEN bestätigte, war es der 20-jährige Enkelsohn selbst, der gegen seinen Großvater Anzeige erstattete. Wieso er dennoch auf eine Aussage verzichtete und somit den Freispruch von Frank S. ermöglichte, bleibt unklar. Ursprünglich waren noch drei weitere Verhandlungstermine angesetzt.

 
 

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