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Essen: Neue „Spezialeinheit“ sagt kriminellen Clans im Ruhrgebiet den Kampf an

Kriminelle Clans: Neue Dienststelle soll Clan den Kampf ansagen
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Essen. Noch ist es eine Baustelle, das Gebäude in der Müller-Breslau-Straße in Essen-Rüttenscheid.

Ab Mitte des nächsten Jahres soll von hier aus den kriminellen Clans im Ruhrgebiet der Kampf angesagt werden. „Das Recht des Stärkeren gilt nicht mehr, sondern das Recht des Staates“, wird NRW-Innenminister Herbert Reul nicht müde zu betonen.

2500 Objekte seien laut Innenminister Reul durchsucht worden, 25.000 Personen befragt und tausende Straftaten aufgedeckt worden. „Die Bürger atmen ein Stück auf“, hat Reul festgestellt.

Essen: Neue Dienststelle soll Clankriminalität bekämpfen

Damit das effektiv und nachhaltig durchgesetzt wird, sollen mehrere Behörden in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. „Wir rücken die Schreibtische zusammen“, meinte Essens Polizeipräsident Frank Richter bei der Vorstellung der neuen „Spezialeinheit“ („SiKo Ruhr“) symbolisch.

Konkret geplant ist ein kleiner, fester Mitarbeiterstab von etwa zehn Personen - bestehend aus Beamten der Landespolizei, der Bundespolizei und der Kommunen. Auch Staatsanwaltschaften oder Zoll- und Finanzbehörden könnten noch einen Platz in der neuen Dienststelle in Essen finden. Doch themen- und einzelfallbezogen kann das Team kurzfristig erweitert werden.

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Die neue Dienststelle soll dabei vor allem als Plattform für den Austausch und die Koordination verschiedener Behörden dienen. „Wir werden bei der Einrichtung nur mit Glaswänden arbeiten und viele Besprechungsräume haben“, erklärt Joachim Eschemann, der die neue Dienststelle leiten wird.

Er hat als Leiter der Abteilung „Strategische Kriminalitätsbekämpfung“ im Landeskriminalamt Erfahrung mit dem Thema. Die Arbeit der neuen Dienststelle beschreibt er so: „Wir werden Informationen sammeln, sie bewerten und wieder zur Verfügung stellen. Das ist ein Baustein. Außerdem werden wir mit weiteren Partnern Projekte durchführen, um Expertise zu gewinnen.“

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Deutschlandweit einmalig

Die neue Dienststelle ist das Ergebnis der Ruhrkonferenz und bundesweit einmalig. Entsprechend stolz zeigte sich Essens Polizeipräsident Richter: „Es ist schön, dass die NRW-Polizei mal nicht woanders abguckt, sondern Vorreiter ist.“ Längst kommen Beamte aus Skandinavien ins Ruhrgebiet, um sich zum Thema Clankriminalität Ratschläge zu holen.

Richter sieht die Behörden auf einem guten Weg. „Vor drei Jahren hatten wir jede Woche ein ein, zwei Tumultdelikte oder Beschwerden aus der Nordstadt. Inzwischen haben wir fast keine Tumultdelikte mehr“, erklärt er. Ein positiver Trend, der sich landesweit abzeichnet.

 
 

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