Essen

Essen: Junge Frau in Lebensgefahr! Ex-Freund dreht mit Schwert in der Hand durch – „Er wollte irgendetwas zerstören“

Essen: Robert U. muss sich für die brutale Tat nun vor Gericht verantworten.
Essen: Robert U. muss sich für die brutale Tat nun vor Gericht verantworten.
Foto: Nicolas Kaufmann / DER WESTEN

Essen. Er soll seine Ex-Freundin in Gelsenkirchen mit einem Schwert angegriffen und sie sowie einen Zeugen mit dem Auto gejagt haben. Robert U. (31) muss sich seit Freitag vor dem Landgericht in Essen wegen des Angriffs auf seine Ex-Freundin verantworten.

Ihm wird unter anderem Nötigung, vorsätzliche Körperverletzung und vorsätzlich begangene Gefährdung des Straßenverkehrs vorgeworfen. Der Vorwurf der versuchten Tötung wurde wegen nicht ausreichendem Tatverdachts aber von der Kammer abgelehnt.

Essen: Mann greift Ex-Freundin mit Schwert an

Das passierte am Tattag: Am Abend des 25. Oktober 2019 soll sich Emilia C. gemeinsam mit einem Kumpel bei einer Freundin aufgehalten haben. Laut Staatsanwältin wollten sie zu einer Disco fahren. Weil diese jedoch geschlossen war, parkten sie ihr Auto wieder und wollten zurück zur Freundin nach Hause gehen. Dazu soll es jedoch nicht gekommen sein, wie es beim Prozessauftakt in Essen hieß.

+++ Galeria Karstadt Kaufhof: So viele Filialen in NRW werden geschlossen ++ 7500 Jobs fallen weg ++ auch Karstadt Sports betroffen +++

Auf dem Parkplatz sollen sich Emilia C. und ihr neuer Lover näher gekommen sein. Plötzlich soll Robert U. aufgetaucht sein, der laut Anklage seiner Ex-Freundin aufgelauert hatte. Der 31-Jährige soll eifersüchtig gewesen sein, weil Emilia C. ihm wenige Tage zuvor mitgeteilt habe, dass sie sich von ihm trennen wolle. Der Angeklagte soll daraufhin mit einem Schwert erschienen und seine Ex-Freundin aufgefordert haben, zu ihm zu kommen. Ansonsten werde er sie „schneiden“, so seine Drohung laut Anklageschrift.

Spontan und aus Eifersucht soll der rumänisch stämmige Angeklagte mit dem Schwert auf die Beifahrerscheibe des Pkws ihres Kumpels eingeschlagen haben. Die Scheibe zersplitterte. Noch im letzten Moment soll sich die Ex-Freundin weggeduckt und so vor dem Schwertstich gerettet haben. Die ein Meter lange Klinge soll zur Hälfte in das Fahrzeug geragt und die Ex-Freundin des Angeklagten nur um wenige Zentimeter verfehlt haben. Emilia C. erlitt dabei leichte Schnittverletzungen.

Emilia C. soll gemeinsam mit ihrem neuen Lover mit dem Auto die Flucht ergriffen haben. Doch auch der Angeklagte soll in sein Auto gestiegen und die Verfolgung aufgenommen haben. Zweimal soll er das Auto seiner Opfer ausgebremst haben. Bei der Verfolgung soll Robert U. nur knapp eine Kollision verhindert haben können. Nach dem zweiten Abbremsen soll der Angeklagte erneut auf das Auto des Mannes geschlagen haben. Dieses Mal sei es die Windschutzscheibe gewesen.

-------------------------------

Mehr News aus Essen:

Weitere Themen:

-------------------------------

Schließlich gelang es den Gejagten, in eine Tankstelle zu flüchten. Da war es mittlerweile etwa 3.40 Uhr. Robert U. soll schließlich von der Tankstelle geflohen sein, nachdem er merkte, dass sein Angriff zu viel Aufmerksamkeit erregte.

Robert U. wollte „irgendetwas zerstören“

Während des Prozesses schaut Robert U. immer wieder nach rechts und links, seine unsicheren Blicke fliegen schnell durch den Saal. Der gelernte Schweißer, der zuletzt als Schrottsammler arbeitete, war sichtlich nervös und wollte sich selber nicht zu den Vorwürfen gegen ihn äußern. Stattdessen schilderte seine Anwältin die Tat aus seiner Sicht: Der 31-Jährige habe vor der Tat vier bis fünf Bier getrunken, sei anschließend auf dem Weg nach Hause gewesen, als er seine Freundin plötzlich mit einem fremden Mann gesehen habe.

Daraufhin sei er zu Emilia C. gegangen, doch die habe sich nicht von ihrem Tun abhalten lassen. Also sei Robert U. zu seinem mit Schrott beladenen Fahrzeug gegangen und habe nach einem Gegenstand gegriffen, um seine Wut auszulassen. Er habe irgendetwas zerstören wollen und so sei er mit einem alten Ziersäbel, dessen Kanten stumpf gewesen sein sollen, zurück zu dem Auto gegangen, in dem sich seine Freundin und der Zeuge befunden hätten.

+++ NRW: Polizei hält SIE mitten auf der Straße an – dann machen sich die Beamten auch noch lustig +++

Er habe sie aber nicht töten wollen. Vielmehr habe er reden wollen, weshalb er die Flüchtenden daraufhin verfolgt habe. Nachdem das Auto der beiden angehalten habe, habe Robert U. mit dem Säbel auf die Windschutzscheibe eingeschlagen. Anschließend habe er sich beruhigen wollen und sei zu einer Tankstelle gefahren.

Auch die Staatsanwaltschaft sieht keine Tötungsabsicht bei dem Angriff. Dies begründet sie vor allem in der Spon­ta­ne­i­tät des Angriffs sowie darin, dass Autoscheiben widerstandsfähig seien und das Glas bei einem Bruch abgefangen werde. Der Prozess wird am 7. Juli fortgesetzt.