Essen

Essen: Zwischenfall bei Großdemo in Steele – Polizei muss einschreiten

Über 1000 Menschen haben am 14. September in Essen-Steele demonstriert, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.
Über 1000 Menschen haben am 14. September in Essen-Steele demonstriert, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen. Bei ihnen jagt ein Skandal den nächsten: Sie haben im Frühjahr auf einer ihrer Veranstaltungen in Essen den Hitlergruß gezeigt, an Karneval sind sie als „Steeler Jecken“ mit einem umstrittenen Spruch auf dem Wagen mitgefahren. Mittlerweile sind sogar bekannte Nazis aus der Szene aus Dortmund und anderen Regionen in Steele mitgelaufen.

Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ ruft am Samstag zur Großdemo gegen die „Steeler Jungs“ auf.

Alle Infos zur Großdemo in Essen im Live-Ticker:

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20.54 Uhr: Auf Twitter freut sich „Essen stellt sich quer über 2500 Demonstranten. Eine genaue Zahl soll von der Polizei später noch bekannt gegeben werden.

19.57 Uhr: Die Demonstration ist ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen. Ein Fazit der Veranstalter sowie vonseiten der Polizei steht noch aus.

19.29 Uhr: Wie ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage von DER WESTEN mitteilt, sind viele der Demonstranten, die von außerhalb gekommen sind, bereits abgereist. Rund 400 Personen sollen sich noch auf dem Grendplatz befinden und nach und nach den Heimweg antreten. Auch der Bundespolizei liegen keine Anzeigen vor. Es habe nach bisherigem Kenntnisstand nur einige verbale Auseinandersetzungen gegeben.

19.16 Uhr: Die Veranstaltung löst sich langsam auf. Einsatzkräfte der Polizei sind jedoch weiterhin vor Ort. Bisher sei keine Anzeige im Zusammenhang mit der Demonstration in Essen-Steele bei der Polizei eingegangen, berichtet Annika Koenig, die Pressesprecherin der Polizei Essen. Es werde allerdings noch einen abschließenden Bericht zu der Veranstaltung geben.

19.11 Uhr: Vor dem Rewe-Markt am Grendplatz soll es zu zwei Auseinandersetzungen zwischen Gästen einer Feier und Teilnehmern der Demonstration gekommen sein.

Laut Twitter soll es Wortgefechte und Geschubse gegeben haben. Der Polizei ist bekannt, dass es einen Vorfall vor dem Supermarkt gegeben hat. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage von DER WESTEN, dass die Gruppe aufgelöst wurde, bevor es zur Eskalation kommen konnte. Ein Platzverweis sei nicht ausgesprochen worden.

18.27 Uhr: Auf Twitter häufen sich Beschwerden von Menschen. Demnach sollen Neo-Nazis am Bahnhof in Steele unterwegs sein und versuchen, andere einzuschüchtern.

Judith Herold von der Polizei in Essen erklärt im Gespräch mit DER WESTEN, dass sich am Bahnhof Personen, die auf dem Geburtstag in der "Bar 300", der Stammkneipe der Steeler Jungs, waren, am Bahnhof befinden und dort auf den Bus warten. Anzeigen wegen jeglicher Vorfälle lägen derzeit nicht vor. Außerdem könne sie nicht bestätigen, dass sich unter der Gruppe tatsächlich Steeler Jungs befinden.

18.19 Uhr: Jetzt musste die Polizei doch eingreifen. „Essen stellt sich quer“ teilt über Twitter mit, dass Steeler Jungs an einem der Infostände für Ärger gesorgt haben. Die Polizei bestätigt gegenüber DER WESTEN, dass Teilnehmer der Geburststagsfeier in der Bar 300 zu einem der Stände gegangen seien und von der Polizei gebeten wurden, den Raum der Demo wieder zu verlassen. Dies hätten die Personen dann auch gemacht. Es habe sich um eine kleinere Gruppe gehandelt. Dass die Personen wirklich alkoholisiert waren, kann die Polizei nicht bestätigen.

18.01 Uhr: Polizeisprecher Christoph Wickhorst ist vor Ort am Grendplatz und berichtet DER WESTEN, dass die Demonstration bislang friedlich sei. Es habe keine nenneswerten Vorfälle gegeben. Momentan sei der Protestzug noch unterwegs, innerhalb der nächsten zehn Minuten solle er jedoch wieder am Grendplatz eintreffen.
Zwischenzeitlich wurde von rund 2000 Demonstranten gesprochen. Diese Zahl hält Wickhorst jedoch für zu hoch gegriffen. Die angemeldeten 1000 Menschen habe das Bündnis „Essen stellt sich quer" allerdings erreicht.

17.50 Uhr: Ein weiteres Video zeigt die Lage vor Ort. Von jung bis alt ist bei der Demonstration alles vertreten.

Die Demonstranten haben Fahnen von verschiedenen Parteien, unter anderem auch von den Grünen, dabei. Auf Plakaten stehen Slogans wie „Wir sind mehr" und „Essen stellt sich quer".

17.46 Uhr: Ein Video von vor Ort zeigt die Demonstranten mit bunten Fahnen und lauter Musik. Die im Beitrag genannten 800 Teilnehmer der Demo sollen sich bis jetzt mehr als verdoppelt haben.

17.34 Uhr: Die Demonstranten gegen Rechts werden immer mehr. Rund 2000 Menschen sollen bei dem Protestzug durch Steele mittlerweile mitlaufen, berichtet „Essen stellt sich quer" via Twitter.

17.28 Uhr: Ursprünglich wollten die Demonstranten an der Sportsbar vorbeiziehen, in der sich die Steeler Jungs regelmäßig treffen. Laut Angaben der WAZ hat jedoch zuerst die Polizei und später auch der Verwaltungs- und Oberrichter entschieden, dass der Protestzug eine andere Strecke wählen solle.

17.25 Uhr: Vor Ort sollen sich auch Personen aus der rechten Szene eingefunden haben. Gegenüber der WAZ erklärt Polizeisprecher Christoph Wickhorst allerdings, dass es sich nicht um eine unangemeldete Versammlung handle. Die Gruppe würde keine politischen Statements von sich geben.

17.17 Uhr: Neben den Stolpersteinen auf dem Boden sind Bilder von Deportierten aufgesprüht worden. Die Stolpersteine sollen an all diejenigen erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt und getötet wurden.

17.12 Uhr: Nach Angaben von „Essen stellt sich quer" sind rund 1200 Menschen zu der Demo gekommen. Die Demonstranten laufen jetzt los. Eine genaue Route ist nicht bekannt.

Nach Angeben des Bündnisses soll auch Oberbürgermeister Thomas Kufen vor Ort sein.

17.06 Uhr: Bei der Großdemo in Essen-Steele sind neben vielen Privatpersonen auch Vertreter der Linken aus Essen vor Ort.

17.01 Uhr: Nach Angaben von „Infozentrale" auf Twitter soll ein Kameramann des WDR bei Dreharbeiten behindert werden. Auf dem Foto ist zu sehen, dass ein Mann eine schwarze Jacke vor die Kamera des Mannes hält und ihm so die Sicht versperrt.

16.56 Uhr: Durch die Demonstration kann auch der Verkehr in Essen-Steele beeinträchtigt werden. Zum Teil werden nur Parkmöglichkeiten gesperrt, teilweise jedoch auch Straßenabschnitte. Diese Stellen sind betroffen:

  • Westfalenstraße: Zwischen Joseph-Boismard-Weg und Paßstraße
  • Paßstraße: Zwischen Albertine-Badenberg-Weg und Grendtor
  • Grendtor: Zwischen Paßstraße und Grendplatz
  • Dreiringplatz

16.50 Uhr: Auf ihrem Twitteraccount teilt „Essen stellt sich quer“ mit, dass Steeler Jungs in der Nähe der Demo gesichtet wurden.

Die Polizei kann diese Information bisher nicht bestätigen, allerdings finde in der Nähe eine private Feier der Gruppierung statt.

16.45 Uhr: Wie eine Sprecherin der Polizei mitteilt, sind bisher weniger Menschen als vorher angekündigt bei der Demonstration dabei. Im Voraus wurde mit rund 1000 Demonstranten gerechnet.

16.29 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Demo. Wie die Polizei mitteilt, ist die Polizei bereits vor Ort und begleitet das Geschehen. Derzeit wird von einem friedlichen Verlauf ausgegangen.

Sollte es Auffälligkeiten geben, wolle die Polizei jedoch durchgreifen.

15.45 Uhr: Das Motto lautet „Der Pott bleibt unteilbar“. Um 16.30 Uhr soll es am Grendplatz in Essen-Steele losgehen. Wie die Polizei auf Nachfrage von DER WESTEN bestätigt, seien vom Veranstalter 1000 Demonstranten angemeldet worden. „Wie viele aber genau kommen, wissen wir nicht“, teilte Polizei-Pressesprecher Ulrich Faßbender mit.

12.30 Uhr: „Essen stellt sich quer“ gibt sich optimistisch: „Es ist optimales Wetter. optimal, um gemeinsam (...) auf die Straße zu gehen und ein Zeichen zu setzen (...)", schreibt die Initiative via Twitter.

Essen: Großdemo gegen die „Steeler Jungs“ am Samstag - Hintergrund:

„Wenn wir das hinkriegen, wäre es eine tolle Sache“, betonte Bündnissprecher Christian Baumann im Vorfeld der Demo mit Blick auf die Teilnehmer-Zahl von 1000 Menschen.

Dann wäre die Demo um ein Fünffaches größer als die sonstigen. Was der Sprecher besonders bedrohlich findet, ist das Phänomen, dass die Steeler Jungs nicht einfach nur zum Demonstrieren von überall her nach Steele kommen. „Nein, sie wohnen hier und die Bürger können sie tagtäglich beim Bäcker, beim Optiker oder sonst wo antreffen“, macht er deutlich.

„Wir wollen ein Zeichen setzen“, so der Sprecher. Der Stadtteil soll bunt bleiben. Dort sei kein Platz für rechtes Gedankengut und Rassismus. Die rechte Bürgerwehr müsse mit Sorge betrachtet werden, so das Bündnis.

Spätestens seitdem bekannte Gesichter der Neonazi-Szene am 1. August in Essen mitliefen. Dort hätten die Steeler Jungs mit einem Trauermarsch das Zug-Unglück in Frankfurt für sich instrumentalisiert, um Stimmung zu machen.

„Ein Phänomen im Lande“

„Es scheint ein Phänomen im Lande zu sein, dass diese Art des Protestes immer weiter voranschreitet“, drückt Faßbender die politische rechte Zuspitzung vorsichtig aus. Jedoch habe die Polizei keine rechtliche Handhabe. Bei den selbsternannten „Spaziergängen“ ruft die rechte Bürgerwehr keine Parolen, trägt keine Banner, verhält sich also ruhig.

Polizei Essen mit Großaufgebot vor Ort

Die Polizei sei jedenfalls mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Anzahl der Beamten, die dann im Einsatz sein werden, nennt Faßbender nicht, man sei gut aufgestellt. „Wir beobachten das ganz genau“, macht der Sprecher weiter deutlich. Und hofft auf einen friedlichen Verlauf.

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Doch noch steht eine Klage im Raum. Die Polizei Essen wollte verhindern, dass der Demo-Zug direkt an der Westfalenstraße an der Sportsbar 3000, dem bekannten Versammlungsort der Steeler Jungs, vorbeigeht, um Krawallen von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Jetzt muss das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entscheiden. Die Route steht also noch nicht fest. Das Bündnis hierzu: „Es ist nicht unser Ansinnen, gezielt dorthin zu gehen. Aber es ist nun mal die größte Straße.“

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Schon 700 Unterschriften gesammelt

Unterstützt wird das Bündnis von Gewerkschaften, Parteien, Geistlichen und anderen Einzelpersonen. Rund 700 Unterschriften wurden schon gesammelt. „Wichtig ist uns auch zu betonen, dass unser Bündnis nicht nur das linke Spektrum bedient. Es ist ein Protest der Zivilgesellschaft“, stellt DGB-Geschäftsführer Dieter Hillebrand klar. Und fügt hinzu: „Man muss auf die Straße gehen, damit sich dieses Bild der Angst nicht in den Köpfen der Menschen verfestigt.“

(js/lmd)

 
 

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