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Essen: Gewalt-Eklat bei der Essener Polizei? Frau erhebt heftige Vorwürfe

Auf Twitter wurden heftige Rassismus-Vorwürfe gegen die Polizei Essen erhoben. Nun hat sich die Behörde selbst zu dem Geschehen geäußert.
Auf Twitter wurden heftige Rassismus-Vorwürfe gegen die Polizei Essen erhoben. Nun hat sich die Behörde selbst zu dem Geschehen geäußert.
Foto: imago images / Sven Simon

Essen. Diese Anschuldigungen sind richtig hart! Eine schwarze Frau berichtet von einem eigentlich unfassbaren Vorfall, der sich bei einem Besuch der Polizeiwache in Essen abgespielt haben soll.

Es geht um Rassismus, Beleidigungen und am Ende sogar körperliche Gewalt. Auch die Polizei in Essen hat sich bereits zu den Vorfällen, die sich am vergangenen Mittwoch ereignet hatten, geäußert. Sie weist die Anschuldigungen von sich und erhebt wiederum Anschuldigungen gegen die Frau und ihre Familienmitglieder.

Essen: Rassismus-Vorwürfe gegen Polizei Essen

Auf Twitter erregte die unfassbare Geschichte schnell großes Aufsehen. Anna Dushime, Journalistin aus Berlin, unter anderem für die „taz“, teilte einen Instagram-Screenshot und schrieb dazu: „Eine 50 jährige schwarze Frau geht zur Polizei, um wegen Diebstahl Anzeige zu erstatten und wird von den Polizisten geschlagen. Ihre Kinder, die ihr zur Hilfe eilen wollen, werden ebenfalls geschlagen und rassistisch beleidigt.“ Die Geschichte mache sie unfassbar wütend.

Auf dem Instagram-Screenshot, der offenbar von einem Kind der 50-Jährigen stammt, werden schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. So sei die Mutter „ausgelacht“ worden, später seien sie und die Schwester sogar geschlagen worden. Mehrfach habe es rassistische Beleidigungen gegeben. Auch der Satz „Wenn es dir nicht passt, dann geh aus unserem Land und sei froh, dass wir nicht in der USA sind, da würde es dir noch schlimmer ergehen“ soll gefallen sein.

Shitstorm bricht los

Auf Twitter bricht ein Sturm der Entrüstung los. „Dieser Vorfall gehört umfassend aufgeklärt und mit aller Härte des Gesetzes bestraft“, schreibt ein Nutzer. Er ist nur einer von vielen. Die Polizei in Essen musste sich bereits zuvor in jüngster Zeit von links einige Kritik anhören. Zwei Geschehnisse sorgen bei den Aktivisten dabei besonders für Aufregung.

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Zum einen geht es um das das strikte Fotoverbot bei der „Steele bleibt bunt“-Kundgebung gegen die Steeler Jungs, welches trotz Anmeldung einige Monate im Voraus erst 24 Stunden vor Beginn der Demo mitgeteilt wurde. Zum anderen geht es um die Informationspolitik der Polizei Essen vor der Nazi-Demonstration am 1. März in Essen. Die Polizei hatte dabei im Vorfeld lediglich von einer Veranstaltung gesprochen, die von einer Person aus dem rechtspopulistischen Umfeld angemeldet worden war. Über Motto und die Gefahr möglicher Rechtsextremer in der Stadt war nicht informiert worden. Am Ende marschierten rund 100 bis 150 Personen aus der rechten Szene unter vergleichsweise wenig Gegenprotest durch Essen.

„Durch das wohlwollende Agieren der Polizei haben die Rechtsradikalen genau das bekommen, was sie sich gewünscht haben: Einen weitestgehend ungestörten Demonstrationszug durch die Essener City“, kritisierte Christian Baumann vom Bündnis „Essen stellt sich quer“ damals.

Das sagt die Polizei

Die Polizei wehrt sich in einer Pressemitteilung nun gegen die aktuellen Vorwürfe auf Twitter. So sei die Anzeige der 50-Jährigen ganz normal aufgenommen worden, allerdings seien im Vorraum der Polizeiwache zwei Jugendliche (16 und 17 Jahre alt), die zu der 50-Jährigen gehörten, verbal aggressiv aufgetreten. Sie hatten sich über „die Art und Weise der polizeilichen Bearbeitung“ beschwert.

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Es sei daraufhin zu Widerstandhandlungen und Beleidigungen gegen Polizeibeamte gekommen. Am Ende hätten die 50-Jährige und die beiden Teenager einen Platzverweis bekommen. Als später zwei weitere männliche Bekannte in der Polizeiwache aufgetaucht waren, sei die Situation völlig eskaliert. Sie hatten laut Polizei in aggressivem Ton nach Informationen verlangt und erhielten aufgrund der Störung des Wachbetriebs ebenfalls einen Platzverweis. Als sie dem nicht nachkamen, sei es zur Auseinandersetzung gekommen. Dabei hätte ein Polizist auch von einem „Einsatzmehrzweckstock“ Gebrauch gemacht.

Bislang liege keine Anzeige vor

Später habe die Polizei einen der Männer am Europaplatz angetroffen. Dort sei es erneut zu einer „Widerstandshandlung“ gekommen, worauf er festgenommen wurde. Mit Schmerzen sei der Mann dann ins Krankenhaus gebracht worden.

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Die Polizei gibt an, dass in den Fällen „detaillierte Anzeigen wegen Widerstand und Beleidigung“ angefertigt worden seien. Weiter weist das Polizeipräsidium Essen „jegliche Vorwürfe rassistischer Gewalt zurück.“ Aktuell liege weder eine offizielle Beschwerde, noch eine Anzeige vor. Die Vorwürfe würden jedoch nun von einer weiteren Ermittlungsbehörde geprüft werden. (dav)

 
 

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