Essen

Essen: Fahrradstraße Rü – so geht es einfach nicht weiter!

Die Rüttenscheider Straße ist zur Fahrradstraße geworden. Doch das bedeutet auch viel Stress.
Die Rüttenscheider Straße ist zur Fahrradstraße geworden. Doch das bedeutet auch viel Stress.
Foto: Funke Foto Services
  • ein Kommentar

Essen. Erst diese Woche hat der wiedergewählte Oberbürgermeister von Essen, Thomas Kufen, die neue Fahrradstraße auf der Rüttenscheider Straße eingeweiht. Eine Straße, über die sich die Essener immer wieder streiten. Jetzt geht dieser Streit in die nächste Runde. Ein Appell an alle Autofahrer.

Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer müssen auf der Rü in Essen seit Jahrzehnten miteinander auskommen, nun allerdings haben die Radfahrer einen großen Vorteil, eine eigene Radstraße, bekommen. Und das sollten alle Essener als Chance nutzen. Umzudenken, kompromissbereiter zu werden, vom Altbewährten abzurücken. Zumindest ein wenig.

Fahrradstraße Rü bedeutet große Chance zur Weiterentwicklung

Die Fahrradstraße Rü bedeutet erstmal vor allem Eines: Radfahrer haben Vorrang, Autofahrer müssen sich unterordnen, Fußgänger haben wieder mehr Platz auf den Gehwegen und Gastronomen können unbesorgt draußen Tische und Stühle hinstellen. Soweit zumindest die Theorie.

In der Praxis sieht das bisher anders aus. Denn viele Autofahrer haben noch nicht verstanden, dass sie sich auf der Rü ab sofort anpassen müssen. Durch enges Überholen, abruptes Bremsen und wüste Beschimpfungen zwingen Autofahrer die Radfahrer dazu, teilweise auf die Gehwege auszuweichen. Was sie ab sofort nicht mehr dürfen. Zurecht schimpfen dann die Fußgänger.

Radfahrer, die andere gefährden, gehören bestraft

Als Radfahrerin, Autofahrerin und häufige Fußgängerin auf der Rü sind mir alle Probleme und Vorteile jeglicher Fortbewegungsmittel bekannt. Und natürlich gibt es auch solche Radfahrer, die andere gefährden und trotzdem weiterhin auf den Gehwegen fahren. Das geht gar nicht und gehört bestraft!

Doch nun folgt ein großes Aber: Der größte Teil der Fahrradfahrer hält sich an Verkehrsregeln. Das sehe ich selbst täglich, wenn ich einkaufen gehe oder zur Arbeit fahre.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Essen: Totale Veränderung auf der Rü – Anwohner geschockt: „Wirklich nicht zu fassen“

Essen: Massive Beeinträchtigungen auf der Rü – vor allem SIE wird das verärgern

Essen: Stadt will Autos von der Rü verbannen – Autofahrer rasten komplett aus

-------------------------------------

Die Gefahr geht für mich größtenteils von Autofahrern aus, die sich nicht an den Umstand gewöhnen möchten oder können, dass sie sich mit ihrem Wagen nun unterzuordnen haben. Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so schwer. Wenn man es mal genau betrachtet, ändert sich für Autofahrer durch die Fahrradstraße nicht viel. Außer, dass der Fahrradfahrer sich nun nicht mehr ganz rechts an parkenden Autos vorbeiquetschen muss, sondern die Fahrspur auch mal mittiger befahren darf - wenn er sich damit sicherer fühlt.

Auch Radfahrer müssen sich an Verkehrsregeln halten

Natürlich darf sich auch der Radfahrer nicht einfach an einem Stau vorbeidrängeln oder die Vorfahrt ergaunern. Auch wenn sich schon wenige Tage nach der Eröffnung der Fahrradclub ADFC eingeschaltet hat. Und bemängelt, dass Radfahrer durch das Warten im Stau nun deutlich mehr Abgase einatmen müssen. Das ist der Kompromiss, den die Radfahrer jetzt eingehen müssen.

Aber wenn die Fahrradstraße Rü ihren Zweck erfüllen soll, müssen auch Autofahrer Kompromisse eingehen.

Um dir als Autofahrer zu verdeutlichen, wie sich Radfahrer oft fühlen:

  • Stell dir vor, ein Lkw zieht nur Zentimeter an deinem Auto vorbei. Dein Spiegel wird beinahe touchiert. Und der Lkw-Fahrer beschimpft dich auch noch - obwohl du nichts Falsches getan hast.
  • Stell dir vor, ein Reisebus bedrängt dich, hängt fast schon in deinem Kofferraum. Dem Busfahrer kann es nicht schnell genug gehen. Du kannst nicht ausweichen, möchtest dich aber auch weiterhin an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.

Wer es eilig hat, sollte die Rü einfach meiden

So geht es uns Radfahrern andauernd auf der Fahrradstraße Rü. Ich selbst erlebe es täglich. Und mal ehrlich: Wer es so eilig hat, der sollte sowieso nicht über die Rüttenscheider Straße fahren. Denn überfüllt war sie schon immer, auch vor der Einführung der Fahrradstraße.

Ich appelliere an ALLE Verkehrsteilnehmer: Nehmt Rücksicht aufeinander. (fb)

 
 

EURE FAVORITEN