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Essen: Etliche Menschen trauern um Teenager (†14) ++ SO reagiert die Polizei auf die Versammlung trotz Kontaktverbot ++ neue Details

Essen: Trotz Kontaktverbot betrauern hunderte Menschen gemeinsam den Mord an einem 14-Jährigen. Wie geht die Polizei damit um?
Essen: Trotz Kontaktverbot betrauern hunderte Menschen gemeinsam den Mord an einem 14-Jährigen. Wie geht die Polizei damit um?
Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen. Eine schreckliche Bluttat erschütterte Essen am Wochenende. In der Nacht zu Sonntag starb ein 14-Jähriger an den Folgen eines Messerstichs in den Oberkörper. Bei einem eskalierten Streit an einer Bushaltestelle soll ein vermutlich alkoholisierter Jugendlicher (17) dem 14-Jährigen den tödlichen Stich verpasst haben.

Der Verdächtige befindet sich in Untersuchungshaft. Beim Tatmotiv soll es sich um eine „Mädchengeschichte“ gehandelt haben, wie Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens am Mittwoch gegenüber DER WESTEN bestätigte.

Am Dienstagabend trafen sich mehr als 250 Personen am Tatort (die Haltestelle Von-Ossietzky-Ring in Essen-Horst), um gemeinsam den gewaltsamen Tod des 14-Jährigen zu betrauern. Ein bewegender Moment – aber leider auch ein Verstoß gegen das aktuelle Kontaktverbot. Wegen des Coronavirus stehen öffentliche Versammlungen von mehr als zwei Personen unter Strafe.

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Essen: Trauer-Gemeinschaft trotz Kontaktsperre – so reagiert die Polizei

Kein leichter Einsatz für die Polizei Essen. Pressesprecher Christoph Wickhorst spricht gegenüber DER WESTEN von einer „Zwickmühle“ für die Beamten. Auf der einen Seite habe man einen klaren Verstoß gegen die Corona-Verordnungen, auf der anderen Seite aber eben auch eine zutiefst berührende Solidaritäts-Gemeinschaft. Wie soll man also mit den Hunderten Trauernden umgehen?

Die Polizei entschied sich, grundsätzlich keine strafrechtlichen Maßnahmen gegen die Anwesenden einzuleiten. Lediglich eine einzige Strafanzeige wurde wegen des Verstoßes gegen die Kontaktsperre aufgegeben, erklärte Polizeisprecher Wickhorst am Mittwoch.

Mit Lautsprecherdurchsagen wurden die Trauernden auf die Kontaktverbote und die Einhaltung des Mindestabstands hingewiesen – einige hörten auf die Beamten, andere wiederrum nicht. „Die Motivation der Menschen war die gemeinschaftliche Trauer und nicht der gezielte Verstoß gegen die Kontaktsperre“, begründet Sprecher Wickhorst das Vorgehen der Polizei. Zudem seien die Menschen nach der Zusammenkunft alle wieder getrennt ihrer eigenen Wege gegangen. (at)

 
 

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