Essen demonstriert laut und deutlich gegen NPD-Funktionäre

NPD Kundgebung und Gegendemonstration auf der Porschekanzel in Essen am Montag, 19. August 2013.
NPD Kundgebung und Gegendemonstration auf der Porschekanzel in Essen am Montag, 19. August 2013.
Foto: WAZ FotoPool
„Deutschlandfahrt“ der Partei gastiert an der Essener Porschekanzel. 150 Gegendemonstranten machen Krach.

Essen. Am Montagmorgen war richtig Musik in der Innenstadt – aber nicht so, wie man es sich wünscht. Denn an dem Konzert mit rechter Rockmusik, Trillerpfeifen und Topf-Schlagzeugern hatte niemand seinen Spaß.

Die NPD machte auf ihrer „Deutschlandfahrt“ durch 16 NRW-Städte Station in Essen und hatte zur Kundgebung auf der Porschekanzel eingeladen. Nur waren ganze drei Unterstützer der Rechts-Nationalen gekommen. Stattdessen begrüßten 150 Gegendemonstranten, darunter das Bündnis „Essen stellt sich quer“, die zehn NPD-ler mit „Nazis raus-Rufen. Und etwa 120 Polizisten sorgten dafür, dass sich die beiden Gruppen nicht zu nah kamen.

Die Redner der NPD setzten unter dem Denkmal des geduldigen Alfred Krupp auf nationale Reime (Heimreise/Einreise, Wahltag/Zahltag). Sie merkten aber schnell, dass sich der lautstarke Protest der Gegendemonstranten nur mit nationaler Rockmusik und Marschklängen übertönen ließ. Nach eineinhalb Stunden hatten die rechten Gäste genug, packten Boxen und Plakate wieder ein und fuhren weiter. Nicht ohne den Hinweis, dass es in Essen mehr Gegendemonstranten gegeben habe als in den Nachbarstädten.

Die NPD-Gegner beschränkten sich weitgehend auf lärmenden Protest, dazu flogen einige Eier auf die unerwünschten Besucher. Kritik aus ihren Reihen richtete sich gegen die Polizei: Der NPD-Kundgebungsort sei eine Provokation. Zudem sei die Polizei teilweise unverhältnismäßig gegen Gegendemonstranten vorgegangen. Geschäftsinhaber klagten über Umsatzausfälle: Die Polizei hatte Straßen an der Porschekanzel komplett abgesperrt.