Essen: Gefährliche Clan-Entwicklung – „Noch mal eine ganz andere Qualität“

Polizisten bei einer Razzia in Essen im Januar 2019. Polizeipräsident Frank Richter macht vor allem eine aktuelle Entwicklung Sorgen.
Polizisten bei einer Razzia in Essen im Januar 2019. Polizeipräsident Frank Richter macht vor allem eine aktuelle Entwicklung Sorgen.
Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services

Essen gilt als Hochburg der Clan-Kriminalität im Ruhrgebiet. Den Zahlen zufolge, die in der ARD-Dokumentation „Beuteland“ am 25. November genannt wurden, sollen bis zu 10.000 Clan-Mitglieder im Großraum Essen leben. Allein in den vergangenen Jahren zählte die Polizei in diesem Zusammenhang rund 2.400 Straftaten.

Vor allem der Handel mit unversteuertem Shisha-Tabak bringe den Clans hier Millionen ein. Heike Sennewald von der Zollfahndung Essen spricht im Rahmen der Dokumentation sogar vom „Brot- und Buttergeschäft“ der kriminellen Familien.

Essen: Polizeipräsident fürchtet Zunahme

Frank Richter, Polizeipräsident der Essen, kennt das Problem seit Jahren. Als er für die Dokumentation „Beuteland“ interviewt wird, spricht er aber auch einen anderen Aspekt an, der ihm besonders Sorgen bereitet.

Mit den Flüchtlingswellen der letzten Jahre seien auch andere kriminelle Gruppierungen nach Deutschland gekommen, beispielsweise aus dem Irak, wie Frank Richter in der ARD-Doku sagt. Diese wurden dann nach ihrer Ankunft zunächst als so genannte „Läufer“ benutzt, um einfache Tätigkeiten für die libanesischen Clans vor Ort durchzuführen. „Doch jetzt irgendwann sagen die, das können wir auch selber“, meint Richter.

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Wenn neue Gruppierungen versuchen, sich in ein Geschäft einzubringen, das bereits von einer anderen Clan-Struktur kontrolliert wird, endet das oft gewaltsam.

2017 Attacke im Essener Südost-Viertel

So wie im Dezember 2017, als im Essener Südost-Viertel ein irakisches Café von Mitgliedern des Al-Zein-Clans attackiert wurde, weil die Café-Besitzer sich in den Drogenhandel einmischen wollten.

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„Die Sorge, die mich umtreibt, ist, dass diese Leute, die teilweise aus Bürgerkriegsgebieten kommen, über Kampferfahrung verfügen“, erklärt Frank Richter. „Und das ist natürlich nochmal eine ganz andere Qualität als das, was wir momentan haben.“ (at)

 
 

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