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Essen: Clans versammeln sich für Showdown – Polizei verhindert Eskalation in letztem Moment! „Phänomen für sich“

Clan-Kriminalität in Deutschland: Woher kommen die Clans und wie kriminell sind sie?

Clan-Kriminalität in Deutschland: Woher kommen die Clans und wie kriminell sind sie?

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Essen. Droht der Clan-Krieg in Essen jetzt zum explosiven Pulverfass zu werden?

Am späten Freitagabend sind zwei verfeindete Clans drauf und dran gewesen, sich in Essen-Altenessen einen brutalen Showdown zu liefern. Es gibt ernste Hinweise darauf – und auch ein bekannter Clan-Experte schlägt bereits Alarm!

Essen: Clans versammeln sich für Showdown

Schon am 2. Dezember haben sich mehrere Personen laut Polizei auf dem Marktplatz mit Eisenstangen und Knüppeln geprügelt. Noch vor Eintreffen der Polizisten sind die Clan-Mitglieder geflüchtet.

Am Freitag haben gegen 11 Uhr fünf Unbekannte einen Deutsch-Libanesen (27) mit Schlagstöcken und Schlagringen schwer verletzt. Nur eine halbe Stunde später ist es laut Ermittlungen in Folge dieses Angriffes zu einer weiteren Attacke gekommen: 15 Täter haben ein Ladenlokal auf der Viehofer Straße betreten, den Geschäfte-Inhaber (54) angegriffen und auf ihn eingetreten. Außerdem hatten sie mit Stangen und einem Hammer den Laden zerstört.

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Woher kommen die Clans?

  • Wenn die Rede von kriminellen Araber-Clans ist, sind meist Mitglieder von Großfamilien mit türkisch-arabischen Wurzeln gemeint. In Deutschland gehören nach Schätzungen des Bundeskriminalamts (BKA) rund 200.000 Menschen zu solchen Großfamilien.
  • Die meisten von ihnen sind nicht kriminell. Manche aber haben sich zu mafiösen Gruppierungen zusammengeschlossen, nutzen familiäre Strukturen für kriminelle Geschäfte.
  • Sie leben häufig in einer abgeschotteten Parallelwelt, erkennen staatliche Strukturen nicht an. Straftaten werden zu internen Probleme erklärt, die innerhalb der Familien von sogenannten Friedensrichtern geregelt werden.
  • Viele haben eine türkische (15 Prozent) oder libanesische (31 Prozent) Staatsangehörigkeit, 36 Prozent haben eine deutsche Staatsangehörigkeit, fünf Prozent sind staatenlos.
  • Ausweisungen von Intensivtätern sind entsprechend schwierig

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Polizei verhindert absolute Eskalation dank Hinweisen

Keine zwei Stunden später dann die drohende Eskalation: Gegen 13.30 Uhr haben sich mehrere Clan-Mitglieder auf einem Parkplatz eines Lebensmittelgeschäfts auf der Hövelstraße versammelt. Die Polizei musste blitzschnell reagieren, ehe die Lage völlig außer Kontrolle gerät und Rache-Aktionen durchgeführt werden. Mit einer Hundertschaft ist die Polizei angerückt – anscheinend gerade noch rechtzeitig, denn: Insgesamt waren rund 100 Personen vor Ort, die alle durchsucht wurden. Auch Fahrzeuge sind kontrolliert worden.

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Ein erneutes Aufeinandertreffen so großer Clan-Gruppen hätte katastrophale Auswirkungen haben können: Die Beamten haben diverse Schlagwerkzeuge, Pfefferspray und auch ein Messer beschlagnahmt. Gegen die Betroffenen sind Platzverweise erteilt worden, die Ermittlungen dauern noch immer an.

Clan-Experte warnt: „Essen ist ein Phänomen für sich!“

Davor, dass die Lage unter rivalisierenden Clan-Mitgliedern eskalieren würde, hatte bereits Clan-Experte Ahmad A. Omeirate (36) aus Berlin gewarnt. Er zu DER WESTEN: „Essen ist ein Phänomen für sich. Es besteht eine historische Antipathie zwischen bestimmten syrischen und libanesischen Gruppen, die schon seit dem Bürgerkrieg im Libanon ab 1975 besteht. Die Syrer sind bei ihrer Ankunft in Deutschland ganz anders aufgenommen worden als damals die Libanesen. Die Lage wird noch weiter eskalieren.“

Gegenseitige Angriffe wie zuletzt in Essen und Rache-Aktionen in der Folge hätten mit Reviermarkierung und Machtdemonstration zu tun, so Omeirate. Der Experte weiter: „Es kann zu einer Machtverschiebung in Essen kommen, die die Situation noch weiter anheizt.“

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Clans in NRW:

  • Viele Familienmitglieder haben nur einen Duldungsstatus
  • Sie kamen über Ost-Berlin in den Westen, beantragten Asyl und wurden auf verschiedene Bundesländern verteilt - vor allem nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Hier gab es einen Abschiebestopp, sie erhielten als Staatenlose direkt eine Duldung und blieben im Land. Bei nicht wenigen blieb der Duldungsstatus bestehen, über Generationen
  • Menschen mit Duldungstatus haben es auf dem Arbeitsmarkt schwer: Eine selbständige Tätigkeit ist ihnen untersagt, eine Beschäftigung als Arbeitnehmer ist nur auf Antrag und nach Zustimmung durch die Ausländerbehörde möglich. Manche Experten sehen hierin eine mögliche Ursache dafür, dass sich aus der Perspektivlosigkeit heraus kriminelle Netzwerke innerhalb der Familien gebildet habe

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Polizeisprecher: Gruppen neigen dazu, ihre Angelegenheiten selbst klären zu wollen

Ein Sprecher der Polizei Essen hatte DER WESTEN gegenüber gesagt, dass bekannt sei, dass sich Clans bekämpfen und Selbstjustiz verüben wollten. Der Sprecher: „Die entsprechenden Gruppen neigen ja leider dazu, am Rechtsstaat vorbei ihre Angelegenheiten klären zu wollen.“ Auch diesmal soll ein Friedensrichter die Streitigkeiten an der Polizei vorbei gelöst haben.

Doch im Unterschied zu den Auseinandersetzungen vor wenigen Wochen waren diesmal verschiedene libanesische Großfamilien aneinander geraten.

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Zum Glück ist eine Eskalation verhindert worden – vorerst. Die Lage bleibt nämlich zweifellos angespannt...