Essen: Betreiber von Kultlokal mit deutlicher Kritik an 2G-Plus – „Geht um Existenzen und Arbeitsplätze“

Essen: „Dampfe“-Betreiber Martin Grahl fühlt sich der Corona-Politik ausgeliefert.
Essen: „Dampfe“-Betreiber Martin Grahl fühlt sich der Corona-Politik ausgeliefert.
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Es war ein Schlag für die Gastronomie-Branche: Am Freitag beschloss die Regierung, dass Restaurants, Kneipen und andere Gastro-Betriebe bald nur noch unter 2G-Plus-Regel Gäste empfangen dürfen.

Diese müssen also geimpft, genesen und negativ getestet sein – oder bereits eine Corona-Booster-Impfung vorweisen können. Für Martin Grahl, Betreiber der „Dampfe“ in Essen, eine schwerwiegende Entscheidung, berichtet die „WAZ“.

Essen: „Dampfe“-Betreiber erlebte „katastrophales“ Jahr

Seit 22 Jahren führt Martin Grahl das Kultlokal in Essen-Borbeck, doch so ein Jahr wie 2021 hat er wohl noch nie erlebt – und 2022 verspricht bisher kaum Besserung.

„Die gesamte wirtschaftliche Situation gegen Jahresende war katastrophal“, so Grahl in der „WAZ“. Besonders die Unplanbarkeit und Abhängigkeit von der Corona-Krise machen dem Wirt zu schaffen. „Wir waren immer ein zuverlässiger Arbeitgeber“, sagt Grahl. „Es schmerzt, diese Verlässlichkeit nicht mehr bieten zu können.“

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Nachdem es in den späten Sommermonaten für die „Dampfe“ gut lief, kam im Winter doch der Rückschlag – die Corona-Zahlen stiegen, die Buchungen nahmen ab. Aktuell ist ein Teil der 60 Mann starken Belegschaft in Kurzarbeit, seit dem 20. Dezember ist die Location in den Betriebsferien.

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Essen: Schwierige Lage für Kultlokal – „Wir sind keine Branche, die man von einem auf den anderen Tag ausschalten kann“

Ab 13. Januar soll es in der „Dampfe“ wieder losgehen, allerdings mit zwei Ruhetagen in der Woche. Die Corona-Krise macht jegliche Planbarkeit schwer, der neue 2G-Plus-Beschluss durfte erneut an den Umsätzen zehren.

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„Wir sind keine Branche, die man von einem Tag auf den anderen ein- und ausschalten kann. Es geht um Existenzen und Arbeitsplätze“, stellt Martin Grahl klar. Was der Gastronom aus Essen deshalb von der Politik fordert, kannst du im ganzen Artikel der „WAZ“ lesen. (kv)