Essen

Essen: Bande bricht in Wohnung ein – doch sie legt sich mit dem Falschen an

Die Einbrecher-Bande entschied sich ausgerechnet, bei einem der bekanntesten Boxer in Essen einzubrechen. Keine gute Idee, wie sich später herausstellen sollte.
Die Einbrecher-Bande entschied sich ausgerechnet, bei einem der bekanntesten Boxer in Essen einzubrechen. Keine gute Idee, wie sich später herausstellen sollte.
Foto: imago images / MITO

Essen. Sebastian Tlatlik ist in Essen bekannt wie ein bunter Hund - zumindest in der Boxer-Szene. Seit 20 Jahren bringt er Jugendlichen, auch in einer Integrationsvereinigung, den Sport näher, leitet selbst große Boxkämpfe und kämpft selbst. Dadurch hat er zahlreiche Kontakte, ist gut vernetzt.

Nun ist in der Wohnung des 37-Jährigen in Essen-Steele eingebrochen worden. Wahrlich keine gute Idee. Denn innerhalb kürzester Zeit hatte die Essener Box-Größe die mutmaßlichen Einbrecher ausfindig gemacht.

Essen: Besitzer gerade im Urlaub angekommen, da erhält er die Schock-Nachricht

An einem Sonntag vor zwei Wochen gönnte sich Tlatlik gemeinsam mit der Familie eine Auszeit. Doch der Urlaub in den Niederlanden war schon wieder vorbei, bevor er überhaupt richtig begonnen hatte.

Ein Nachbar aus Essen rief ihn an. „Der erzählte mir, dass bei uns eingebrochen worden ist. Da sind wir direkt umgekehrt“, erzählt Tlatlik. Zurück im Stadtteil Steele wird ihm schnell klar: Jemand muss gewusst haben, dass die Familie für längere Zeit nicht mehr zu Hause sein wird.

Über die Terrasse waren die Eindringliche in die Wohnung im Erdgeschoss eingebrochen. Anschließend hinterließen sie eine Spur der Verwüstung, durchsuchten Schubladen, warfen Kleidung auf den Boden. „Jacken, Schmuck, Bargeld, eine Playstation - alles, was Wert hatte, haben sie mitgenommen“, berichtete der zweifache Deutsche Meister im Profiboxen.

Profiboxer macht eindringliche ausfindig

„Ich habe sofort angefangen, zu recherchieren“ - wenige Anrufe bei Freunden reichten, dann hatte er eine Vermutung. Ein Blick auf die Social-Media-Kanäle der Verdächtigen genügte: Treffer!

„Bei Instagram hatte einer von ihnen ein kurzes Video veröffentlicht, wie er die Uhr und Brille meiner Lebensgefährtin in der Hand hält“, triumphiert Tlatlik: „Da wusste ich, in welche Richtung ich suchen muss.“ Seine Ergebnisse teilte er selbst über Facebook. Das Ziel: Die jugendlichen Verbrecher öffentlich an den Pranger stellen.

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Drahtzieher lieferte die Informationen

Vier bis fünf Personen müssen in der Dunkelheit den Einbruch durchgeführt haben. „Der Drahtzieher hat sie mit Infos versorgt“, ist sich der Boxprofi sicher. Dieser sei ein Freund des ältesten Sohnes seiner Lebensgefährtin und hätte Wind davon bekommen, dass die Familie in den Urlaub fährt.

Er vermutet, dass zwei Jungs Schmiere gestanden haben, die anderen über die Terrassentür in die Wohnung eindrangen. „Ich habe meine Informationen der Polizei mitgeteilt“, verriet der Familienvater, der selbst einen Sohn hat. Eine Sprecherin der Polizei bestätigt, dass die Videos und Fotos vorliegen, betonte allerdings: „Wir stellen unsere eigenen Ermittlungen an.“

Polizei warnt vor eigener Fahndung im Internet

Tatverdächtige seien bereits ausfindig gemacht worden. Ob es die selben Jugendlichen sind, die Tlatlik geschnappt hat, will die Sprecherin nicht bestätigen. Sie warnt hingegen vor der eigenständigen Fahndung übers Internet: „Wir sehen das kritisch. Die Arbeit der Polizei kann dadurch erschwert werden. Und je nachdem, wie weit man die eigenen Recherche treibt, bringt man sich in Gefahr.“

Zudem müsse man aufpassen, dass man sich nicht selbst strafbar macht. Denn auch mögliche Tatverdächtige genießen Persönlichkeitsrechte.

Der bestohlene Essener hat seinen eigenen Weg gefunden, die jungen Einbrecher zu bestrafen. „Ich habe die Eltern kontaktiert. Denen war teilweise gar nicht bewusst, was ihre Söhne angestellt haben.“ Darauf hätten sich einige Elternteile auch entschuldigt.

 
 

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