Essen

Autovermietung aus Essen im Fokus der Behörden – Firma soll zehntausende Kunden betrogen haben

Der Autovermieter Dexcar aus Essen soll 37.000 Kunden in sieben EU-Ländern geprellt haben.
Der Autovermieter Dexcar aus Essen soll 37.000 Kunden in sieben EU-Ländern geprellt haben.
Foto: Rene Anhuth / ANC-NEWS

Essen. Einen Mietwagen zwei Jahre lang kostenlos fahren – das klingt zu schön, um wahr zu sein.

Und ist es wohl auch, denn die Mietwagen-Firma „Dexcar“ aus Essen steht nun in Deutschland und weiteren europäischen Ländern im Fokus der Ermittler. Das berichten „Süddeutsche Zeitung“ und WDR.

Der Vorwurf: Das verlockende Angebot von Dexcar ist in Wahrheit eine Betrugsmasche, auf die europaweit rund 37.000 Menschen reingefallen sind.

Essen: Autovermieter Dexcar soll fast 40.000 Kunden geprellt haben

Die von einem italienischen Brüderpaar betriebene Autovermietung mit Sitz in Essen lockt Kunden mit schnittigen Sprüchen wie „Nie wieder Geld ausgeben für ein neues Auto“.

Seit 2014 vermittelt das Startup Autos aller Preisklassen. Kunden müssen eine Gebühr zwischen 546 und 1950 Euro überweisen und bekommen laut Dexcar innerhalb der nächsten zwei Jahre für 24 Monate einen Langzeit-Mietwagen zum „Nulltarif“ – inklusive Steuern, Versicherung, Wartung und Reifenwechsel.

Die Wartezeit auf das ersehnte Auto könne man außerdem Verkürzen, indem man Dexcar erfolgreich an andere Menschen vermittelt.

------------------------------------

• Mehr News:

A52 in Essen: Renault geht auf Autobahn in Flammen auf – Busfahrer macht das einzig Richtige

Münsterland: Hilfloses Pferd liegt am Boden – was der Kutscher dann macht, ist abscheulich

• Top-News des Tages:

Paar will in die Flitterwochen: Am Flughafen bekommen sie eine unglaubliche Nachricht

Fernsehgarten: Krasse Veränderung – Andrea Kiewel sieht jetzt aus wie...

-------------------------------------

Nach Informationen von SZ und WDR warten jedoch fast alle Kunden auch nach zwei Jahren vergeblich auf das versprochene Auto. Von 37.000 Zahlenden aus sieben EU-Ländern haben dem Bericht zufolge gerade einmal 500 ein Fahrzeug bekommen.

Auch der Firmensitz in Essen erwies sich nun als leergefegte Büroräume. Laut Dexcar, weil das gesamte Geschäft von einer Software abgewickelt wird, die von einer Firma im weißrussischen Minsk betreut wird.

Dexcar nennt Ermittlungen „Verleumdungs-Kampagne“ und dubioses Prinzip „innovativ“

Gegen Dexcar, das von der Kartellbehörde in Italien bereits eine Strafe von 400.000 Euro aufgebrummt bekommen hat, wird nun ermittelt. Die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bochum sowie Behörden in Italien und Österreich vermutet hinter dem Angebot ein „Schneeballsystem“.

Dexcar selbst bestreitet alle Vorwürfe, nennt das System innovativ und „wirtschaftlich und finanziell stabil“ und wirbt weiter um Kunden. Die miserable Auslieferungs-Quote verteidigt das Essener Unternehmen mit Verzögerungen durch die Verleumdungs-Kampagne gegen sie.

 
 

EURE FAVORITEN