„Essen auf Rädern“ - ab durch die Mitte

Hier darf er noch fahren: Redakteur Martin Spletter am Willy-Brandt-Platz. Hinten, auf der Kettwiger, darf man dann allerdings nur noch schieben.
Hier darf er noch fahren: Redakteur Martin Spletter am Willy-Brandt-Platz. Hinten, auf der Kettwiger, darf man dann allerdings nur noch schieben.
Foto: WAZ FotoPool
Die Innenstadt ist für Fahrradfahrer eine Herausforderung - vor allem, wenn man die Ränder entlangfährt. Die City durchquert man am besten über Teile der Fußgängerzone, was nicht nur erlaubt, sondern sogar von Amts wegen erwünscht ist. Denn über Willy-Brandt-Platz und Kennedyplatz verläuft die offizielle Radroute.

Essen. Die Innenstadt ist für Radler eine Herausforderung. Es gibt mühsame und gefährliche Wege, den Stadtkern zu umrunden, und deshalb gibt’s eigentlich nur eins: Mitten durch!

Doch. Das geht, ist erlaubt, sogar erwünscht. Profis wissen das, viele Laien vermutlich nicht. Denn noch nicht so ganz verbreitet ist die Tatsache, dass man auf dem Willy-Brandt-Platz Fahrrad fahren darf. Das ist der Platz vor der „Galeria Kaufhof“, das Tor zur City, gefühlt ganz sicher der Start der Fußgängerzone, und trotzdem: Erst dort, wo „Anson’s“ ist, müssen Sie als Radler anfangen zu schieben. Und auch nur rechts von „Anson’s“ entlang, also die Kettwiger Straße herunter. Wenn Sie stattdessen links an „Anson’s“ vorbeifahren, radeln Sie über die richtige Route durch die Innenstadt, die sogar amtlich empfohlen wird in der offiziellen Radkarte der Stadt Essen. „Rathenaustraße“ heißt diese Straße an „Anson’s“ vorbei. Aber mit Straßennamen in der City ist das so eine Sache – nur ausgemachte Profis können auswendig sagen, wo der „I. Hagen“, der „II. Hagen“ oder der „III. Hagen“ liegt.

Wie auch immer: Am gefährlichsten ist der östliche Weg am Stadtkern vorbei, hinterm Bahnhof führt ein dreispuriger Autotunnel von der Helbingstraße zum Varnhorstkreisel (da ist der „Busenbrunnen“, der nun trockengelegt und begrünt ist). Dieser Tunnel ist zwar, sagen wir, spannend zu fahren für Radler. Doch das fahle Neonlicht und die leichenblassen Kacheln an den Wänden, die den Donnerhall der Autos mit voller Wucht zurückwerfen – nein. Diesen Tunnel fahren eigentlich nur Masochisten.

Den Tunnel fahren nur Masochisten

Man kann von der Bahnhof-Nordseite auch die Hollestraße fahren, an der Stadtbibliothek entlang und dann an der alten VHS um die Ecke, die mittlerweile abgerissen ist, also nicht die Ecke jetzt, sondern die VHS. Besser ist: Vom Hauptbahnhof über die Hachestraße nach Westen, dann runter in die Hindenburgstraße, die am Berliner Platz auskommt. Hier gibt es nämlich einen Radweg, auch wenn der mitten auf dem Bordstein liegt - klingelingeling, liebe Fußgänger, Paketzulieferer, Hundebesitzer!

Am besten also: Ab durch die Mitte, die Rathenaustraße führt direkt zum Grillotheater, das umkurven wir und fahren dann rechts ab auf den Kennedyplatz.

Den Kennedyplatz? Ja, selbst der ist - teilweise - für Radler freigegeben, man darf also vorsichtig vor dem Allbauhaus entlangrollen, an den Cafés vorbei, an „Sport Scheck“ und „Görtz 17“, kreuzen wir - mit viel Umsicht - die Limbecker, und obwohl das hier todsicher Fußgängerzone ist: Ja, Radler dürfen hier auch sein. Weiter geradeaus, I. Weberstraße, Nord-City, plötzlich stehen wir vor der frisch renovierten Kreuzeskirche, und selbst hier können wir weiter geradeaus runterrollen lassen bis zur Friedrich-Ebert-Straße. Hier hört die City auf. Hier wollten wir hin. Und es ist so verdammt einfach.

Alle Folgen von „Essen auf Rädern“ finden Sie hier.

 
 

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