Essen

Essen: Anklage gegen IS-Frau! Schwere Vorwürfe gegen Fadia S.

Die Polizei hat in Essen eine mutmaßliche IS-Unterstützerin festgenommen.
Die Polizei hat in Essen eine mutmaßliche IS-Unterstützerin festgenommen.
Foto: ANC-NEWS

Essen. Im vergangenen Sommer rückten schwer bewaffnete Polizeikräfte im Essener Stadtteil Schonnebeck an. Im Gepäck ein Haftbefehl des Generalbundesanwaltes.

Sie verhafteten Fadia S. Gegen die Frau aus Essen ist jetzt Anklage erhoben worden. Der Vorwurf: Fadia S. soll Mitglied der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ sein.

Essen: IS-Frau muss sich vor Gericht verantworten

Die Anklage geht davon aus, dass die Frau mit deutscher und libanesischer Staatsbürgerschaft Anhängerin des salafistischen Islams ist. 2015 habe sie den Entschluss gefasst, sich dem „Islamischen Staat“ anzuschließen und sich dem Kampf gegen das Regime des syrischen Machthabers Assad anzuschließen.

Ihr Ehemann Ahmed S. hatte sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt auf den Weg gemacht. Am 15. August 2015 verließ Fadia S. laut Anklage gemeinsam mit ihren vier minderjährigen Kindern Essen und reiste zunächst in die Türkei. Von hier gelangte sie laut Staatsanwaltschaft mithilfe von Schleusern ins damalige Herrschaftsgebiet der „Islamischen Staates“.

Fadia S. schließt sich ihrem Ehemann an

Spätestens am 17. August 2015 traf sie bei ihrem Ehemann in Raqqa ein und soll sich dort der Terrororganisation angeschlossen haben. Zunächst soll die Familie in Raqqa, anschließend in einer Wohnung in al-Mayadin gelebt haben.

Die Wohnungen stellte der „IS“ zur Verfügung. Sie stammten von Bewohnern, die vor dem „IS“ geflohen oder durch ihn vertrieben wurden.

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2018 Rückkehr nach Essen

Fadia S. soll im Herbst 2015 an einem Religionskurs der Terrorvereinigung teilgenommen. Sie soll laut Staatsanwaltschaft andere IS-Mitglieder, die bei ihrem Mann zu Besuch waren, beherbergt haben. Auch sei sie für die Betreuung anderer deutscher Frauen zuständig gewesen, deren Ehemänner sich im Kampfeinsatz oder in IS-Trainingslagern befanden.

Ihre Kinder habe sie im Sinne der radikal-islamistischen Lehren des Terrorstaates erzogen und sie Willkürherrschaft, ideologischer Indokrination und Kampfhandlungen ausgesetzt haben.

Ihr Ehemann und sie sollen monatlich einen Geldbetrag vom „IS“ erhalten haben. Ab Ende August 2017 erkannte Fadia S. offenbar, dass das Ende des „Islamischen Staates“ bevorstehen würde. Anfang 2018 gelang ihr zusammen mit ihren mittlerweile fünf Kindern die Flucht in die Türkei und die anschließende Rückreise nach Deutschland. Hier lebte sie wohl zunächst unbehelligt.

Am 28. Juli 2020 klickten dann die Handschellen. Seither befindet sich die Frau in Untersuchungshaft.

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Das ist der „Islamische Staat“ (IS):

  • seit 2003 agierende Terrororganisation
  • ihr Ziel ist die Errichtung eines radikal-islamistischen Staates
  • aufgrund der fehlenden Anerkenunng war der IS zu keinem Zeitpunkt ein tatsächlicher Staat
  • kontrollierte zeitweise Gebiete in Syrien, Irak, Libyen und weiteren Staaten
  • im März 2019 weitgehend zerschlagen

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Auch Schwager wurde verhaftet

Auch ihr Schwager Rabih O. wurde in Hildesheim im vergangenen Jahres festgenommen. Er soll Fadia S. und ihren Ehemann Ahmed S. – sein Bruder – von Deutschland aus mit Geld und Kommunikationsmitteln unterstützt haben. (ms)

 
 

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