Essen: „Empfehle jedem, hier wegzuziehen!“ DARUM hat FDP-Politiker diesen krassen Rat an Bevölkerung

Der Essener Stadtteil Altenessen. Kann man sich wirklich nicht mehr wohlfühlen?
Der Essener Stadtteil Altenessen. Kann man sich wirklich nicht mehr wohlfühlen?
Foto: imago images / Rupert Oberhäuser

Krasser Satz eines Lokalpolitikers aus Essen!

Thomas Spilker ist FDP-Vorsitzender des Ortsverbandes Nord in Essen, betreibt ein Eisenbahnmodell-Geschäft in Essen-Katernberg, hat so täglich Kontakt zu den Bürgern. Jetzt sorgt er für mächtig Aufsehen wegen einer Äußerung über den Stadtteil Altenessen, die er während einer Facebook-Diskussion gemacht hat: „Ich empfehle jedem, hier wegzuziehen!“

Was sind die Gründe für diesen „Ratschlag“?

Essen: FDP-Lokalpolitiker mit krassem Rat an Bevölkerung!

DER WESTEN hat mit Spilker gesprochen. Er hält an seinem Rat fest, betont, dass er selbst gebürtiger Altenessener ist und gerne dort wohnt – und auch weiter wohnen will. Warum also sollen andere Bürger und Alteingesessene lieber wegziehen, während er bleiben will?

Spilker: „Wer die Probleme schnell gelöst sehen will, dem kann man nur empfehlen von hier wegzuziehen, denn dieser Prozess wird langwierig sein. In den letzten 30 Jahren hat sich die Wohnqualität des Stadtteils und der im Essener Norden deutlich verschlechtert. Der Stadtteil ist verkehrlich stark belastet, der ehemalige Milchhof liegt brach und verkommt, der Recyclinghof soll seit Jahren verlegt werden, Staus durch die Anlieferer werden seit Jahren übersehen.“

Der FDP-Politiker weiter: „Die Nebengebäude der Zeche Carl verkommen. Die Vermüllung ist besonders schlimm. Die Schliessung der beiden Krankenhäuser verunsichern die Bürger, denn Gesundheit ist ein hohes Gut.“ Auch der überdurchschnittliche Anteil an Ausländern sei ein Problem für den Norden.

Spilker erklärt: „Das Bild der Gastarbeiter der 70er Jahre hat sich verändert, heute prägen viel Asylbewerber und Geduldete das Bild des Stadtteils, der deutschen Sprache kaum mächtig. Schulklassen mit weit mehr als 50 Prozent Kindern aus diesen Familien. Kriminalität und bandenhaftes Auftreten stören das Sicherheitsempfinden.“

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Aufnahmebereitschaft von Zuwanderern in Altenessen groß, aber...

Dabei hält er die Aufnahmebereitschaft von Zuwanderern weiterhin für groß in Altenessen, allerdings müssten die Zuwanderer entsprechende Bemühungen zur Integration zeigen: „Der Bergbau hat viele Nationalitäten im Ruhrgebiet zusammengefügt. Dies prägt auch noch heute. Es gilt aber auch, Gesetze, Bräuche und Gewohnheiten der Bürger zu akzeptieren und als wesentlichen Beitrag zur Integration die Sprache zu lernen.“

Spilker fordert: „Die Verwaltung hat gute Leute, sie brauchen die Ermunterung von Politik und vom Oberbürgermeister, den Norden anzugehen. Das Land muss hierzu mehr Mittel bereitstellen um Grundstücke aufzukaufen. Insgesamt muss für eine bessere Durchmischung der Bevölkerung gesorgt werden.“

AWO-Sozialarbeiter: Menschen in Altenessen fühlen sich abgehängt

Auch Thomas Rüth, seit 30 Jahren als AWO-Sozialarbeiter im Norden von Essen tätig und Altenessen nahezu perfekt kennt, warnt in der „WAZ“: „Es braucht kein hohes Maß an Empathie, um zu verstehen, dass sich die Menschen in Altenessen abgehängt fühlen. Der Norden der Stadt kann es sich nicht leisten, eine weitere Generation Kinder nicht zu integrieren.“

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Es gebe aber auch positive Nachrichten. So habe Altenessen laut Rüth eine engagierte Bürgergesellschaft, die sich für das Gemeinwesen in Altenessen einsetzen. Rüth: „Diese Menschen müssen dauerhaft unterstützt und motiviert werden. Wenn wir diese engagierten Menschen verlieren, verlieren wir Stadtteile wie Altenessen.“

Es bleibt zu wünschen, dass der politische Willen entsteht, die Situation der Menschen in Altenessen zu verbessern...

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