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Essen: Abzocke-Angst bei Lieferando-Kunden – wegen dieses mysteriösen Zettels

Essen: Die Bitte eines Lieferando-Fahrers sorgt für Aufruhr.
Essen: Die Bitte eines Lieferando-Fahrers sorgt für Aufruhr.
Foto: imago images / Andreas Gora

Essen. Bei dieser mysteriösen Botschaft vergeht einem fast die Lust auf Pizza essen...

Linken-Politikerin Sonja Neuhaus aus Essen hat sich über Lieferando Abendessen nach Hause liefern lassen. Der Bestellung lag ein Zettel bei, der ihr direkt den Appetit verdarb. „Anscheinend eine neue Form der Abzocke“, kommentiert Neuhaus.

Essen: Zettel in Lieferando-Bestellung sorgt für Entsetzen

Auf dem Zettel geht es um die neue Trinkgeld-Funktion in der Lieferando-App. Per Klick entscheiden die Kunden, ob ihnen der Service 5 Prozent, 10 Prozent oder 15 Prozent des Warenkaufs Wert ist. Der Lieferdienst hat ihn zu Beginn der Corona-Krise eingeführt, um die Fahrer vor dem Virus zu schützen.

Doch anscheinend funktioniert das nicht so, wie es soll. „Wir als Pizza-Lieferanten bekommen leider keines [...], da das Trinkgeld alles an Lieferando weitergeleitet wird“, schreibt der Verfasser der Zettels. Der Pizzabote bittet deshalb darum, das Trinkgeld, sofern gewünscht, in bar zu überreichen.

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So funktioniert die Trinkgeld-Funktion

Ein Foto von dem Zettel zeigte die Politikerin bei Facebook. Neben unzähligen empörten Kunden meldeten sich auch Fahrer zu Wort. Der Vorwurf: Die Sache mit dem Trinkgeld sei nicht transparent gelöst.

Laut Lieferando funktioniere die Trinkgeld-Funktion hingegen wie gewünscht. Das Geld gehe nicht an Lieferando, sondern direkt an die Fahrer und Restaurant-Partner.

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Man müsse zwischen den bei Lieferando angestellten Fahrern unterscheiden und jenen, die direkt durch die Restaurants angestellt sind. „Das Trinkgeld, welches unseren eigenen FahrerInnen hinterlassen wird, wird zu 100% und steuerfrei an die FahrerInnen ausgezahlt“, teilt Lieferando auf Nachfrage mit.

Lieferando appelliert an Restaurants

„Restaurants, die ihr eigenes Lieferpersonal beschäftigen, erhalten das Trinkgeld ebenfalls zu 100% und ohne den Abzug von Provisionen und sind selbst dafür verantwortlich, das Trinkgeld an ihr Personal weiterzuleiten.“ Das Unternehmen appelliert an die Partner, dies auch so umzusetzen. Ob das Trinkgeld letztendlich ausgezahlt werde, darauf habe Lieferando keinen Einfluss.

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Sollte ein Restaurant das Trinkgeld nicht weitergeben, können sich die Fahrer beim Kundenservice beschweren. Dieser werde sich daraufhin mit dem Lokal in Verbindung setzen.

So kannst du Trinkgeld coronakonform überreichen

Auch technischen Gründen sei es derzeit zwar möglich, den eigenen Fahrern das Trinkgeld zuzuordnen, nicht jedoch dem Lieferpersonal der Restaurants. Man arbeite derzeit an einer Lösung.

Wer nun auf Nummer sicher gehen will und Trinkgeld in bar und coronakonform übergeben möchte, kann die Münzen in einen Umschlag legen, der dann kontaktlos an den Boten überreicht werden kann. (vh)

 
 

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