Essen

Eskalation bei Prozess um tote Esra C. (†26) in Essen: Richter schmeißt mehrere Zuschauer raus - wegen dieser Aussage

Samir B. muss sich wegen Totschlags an Esra C. verantworten.
Samir B. muss sich wegen Totschlags an Esra C. verantworten.
Foto: Volker Hartmann
  • Samir B. soll Esra C. getötet haben
  • Am zweiten Prozesstag kippt die Stimmung im Saal
  • Zeugin erzählt von Streit des Paares

Essen. Samir B. soll Esra C. (†26) während eines schlimmen Streits mit einem Messer und einem Beil getötet haben. Deswegen muss er sich derzeit vor dem Landgericht Essen wegen Totschlags verantworten.

Am zweiten Prozesstag machte Samir B. immer noch keine Aussage. Dafür aber eine Bekannte des Paares, die bei einem ihrer vielzähligen Streitereien am Telefon ausharrte und zu vermitteln versuchte.

Das Paar habe sich heftig beleidigt und angeschrien, Esra sei zur Furie geworden am Telefon, zwischenzeitlich habe Samir B. seine Sachen packen und gehen wollen. Das alles soll über zwei Stunden gedauert haben. Der Grund des Streits bleibt der Zeugin unklar, sie vermutet seine Eifersucht dahinter.

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Am Ende fragt Richter Jörg Schmitt die Zeugin: „Wie bewerten Sie dieses Telefonat? Also was haben Sie gedacht, nachdem es beendet war?“

„Ich fragte mich, wie Samir Esra ertragen kann“, sagt die 29-Jährige offen und direkt. Eine Sekunde herrscht Stille, dann bricht die Hölle los in Saal 101.

Publikum beschimpft Zeugin

„Du Schlampe, was denkst du, wer du bist...“ Aus dem Publikum hagelt es Beschimpfungen auf die Frau im Zeugenstand. Die wiederum steigt direkt mit ein, beschimpft Leute aus dem Zuschauerreihen wiederum als „Schlampe“ und „Hure“.

Richter Schmitt wird das zu viel, er ordnet eine kurze Pause an. Doch vor dem Gerichtssaal eskaliert die Situation dann erst richtig.

Jetzt mischen sich auch noch die beiden Schwestern - die mit ihrer Mutter auf der Nebenklagebank sitzen - des Opfers ein, beschimpfen die Zeugin. „Du Drecksschlampe, du beschützt den nur weil er auch Araber ist, wie du.“

Und auch das lässt die Zeugin nicht auf sich sitzen, beleidigt eine der beiden als „Drogengesicht“.

Richter Schmitt lässt sich das nicht mehr gefallen, zitiert alle Beteiligten in den Saal und ermahnt sie wie eine Grundschulklasse.

Temperament lässt sich kaum zügeln

Doch das Temperament lässt sich schwer zügeln, die Beleidigungen kommen während der Aussagen immer wieder hoch. Irgendwann ist es sogar dem geduldigen Richter zu viel und er schmeißt mehrere Zuschauer aus dem Saal. „Sie können froh sein, dass es nicht noch eine Geldstrafe gibt“, ruft er den immer weiter pöbelnden Zuschauern hinterher, als diese vom Gerichtsdiener begleitet den Saal verlassen.

Die einzige Person, abgesehen von den Anwälten und Angestellten des Gerichts, die ruhig bleibt, ist Esras Mutter. Ihr ist die Trauer ins Gesicht geschrieben, sie will nicht streiten. Als der Richter eine Tonbandaufnahme eines Streits zwischen Esra und Samir abspielt, bricht die Mutter zusammen und kann die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Zu schwierig ist es für sie, die Stimme ihrer toten Tochter zu hören.

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