„Es war zu erwarten, dass sich hier lange nichts tut“

Die Räumung der alten Hauptschule Bärendelle hat in der lokalen Politik Reaktionen ausgelöst, die das Vorgehen der Stadtverwaltung und der Polizei kritisieren.

Seit der Schließung der Hauptschule im Juli 2011 steht das Gebäude leer. Schon im Oktober stellten die Fraktionen der Bezirksvertretung III einen gemeinsamen Antrag, „der sich mit dem zu erwartenden langen Leerstand beschäftigte“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung III, Rainer Pflugrad. „Es war nämlich zu erwarten, und wir haben es geahnt, dass sich hier lange nichts tun wird“, blickt der SPD-Vertreter zurück. Neun Vorschläge zur alternativen Nutzung der 1994 unter Denkmalschutz gestellten Schule umfasste der Antrag damals. Unter Punkt neun genannt: „Einrichtung von Proberäumen für Jugendliche; durch die Aufgabe und Verlagerung des Jugendzentrums hat sich im Bezirk automatisch das Problem der nicht mehr vorhandenen Proberäume ergeben.“ Man habe mit dem Antrag erreichen wollen, „dass mit diesem wertvollem Gebäude Sinnvolles und in die Zukunft Gerichtetes geschehe“, lässt Pflugrad wissen. Auf eine Antwort aus der Verwaltung wartet die Bezirksvertretung bis heute.

Stattdessen gebe die ehemalige Hauptschule mittlerweile „ein Bild von Verrottung und Verfall“ ab, erklärt Janina Herff, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken. „Wie die Stadt mit öffentlichem Eigentum umgeht, ist untragbar“, kritisiert die Ratsfrau weiter. Denn gleichzeitig fehle es seit der Schließung des Jugendzentrums Papestraße an Räumlichkeiten zur soziokulturellen Nutzung. „Dass die Jugendlichen auf dieses Missverhältnis aufmerksam machen, ist legitim.“

Die erhoffte Duldung durch die Stadt blieb dennoch aus, am Mittwochmorgen räumte die Polizei das Gebäude. Ein Vorgehen, das Rainer Burk, Sprecher der Linken in Essen, als „völlig unverhältnismäßige Reaktion“ bezeichnet. „Es gab keine Not, so übereilt die friedlichen Proteste gewaltsam aufzulösen und die Jugendlichen zu kriminalisieren.“