Es regnet durchs Dach des sanierten Essener Hauptbahnhofs

Nach dem regenreichen Wochenende wurde die Pfütze auf Gleis zwei immer größer. Inzwischen wurde die Wasserlache mit Flatterband abgesperrt.
Nach dem regenreichen Wochenende wurde die Pfütze auf Gleis zwei immer größer. Inzwischen wurde die Wasserlache mit Flatterband abgesperrt.
Foto: Ulrich von Born
Seit Monaten regnet es durch eine undichte Stelle im Dach des Hauptbahnhofs. Die Bahn will erst ein Gutachten erstellen – und dann reparieren.

Essen.. Es tropft auf Gleis zwei des Hauptbahnhofs. „Erst nur ein bisschen, aber seit ein paar Tagen wird die Pfütze immer größer“, sagt eine Pendlerin, die es wissen muss. Täglich steigt sie hier ein und aus. Bereits seit Anfang des Jahres beobachtet sie das Leck an der Dachkonstruktion und wundert sich, „dass sich daran noch gar nichts verändert hat“. Neu ist allerdings das rot-weiße Flatterband, mit dem die Bahn die Wasserlache nun absperrt.

Der Regen des vergangenen Wochenendes hat seinen Tribut gefordert, und wo es anfänglich nur ab und an tröpfelte, ergoss sich am Montagmorgen ein Dauerstrahl. Dessen nicht genug, fällt beim Blick nach oben über der Pfütze eine rostige Stelle an einem der Dachträger auf.

Kritik am Billig-Bahnhof

Ja, wir wissen von der undichten Stelle, antwortet die Deutsche Bahn. Der Grund dafür sei längst bekannt. „Eine Dehnungsfuge ist gerissen und dazu gibt es noch ein Gefälle auf dem Dach“, so ein Bahnsprecher. Auch die rostige Stelle werde beobachtet und beizeiten entfernt. Gefahr gehe nicht von ihr aus: „Sie hat keinerlei Einfluss auf die Standfestigkeit der Überdachung.“

Rost und ein Leck – beides verwundert schon, denn der Hauptbahnhof wurde erst 2009 für 60 Millionen Euro komplett renoviert. Allerdings gab es schon damals massive Kritik von Bürgern und Architekturexperten an der Bau-Ausführung. Bemängelt wurde nicht nur der Guss-Asphalt auf den Bahnsteigen, der direkt nach Fertigstellung einen desolaten Eindruck machte, sondern auch die Sanierung der Dächer. Das Wort vom „Billig-Bahnhof“ machte die Runde, und es scheint, als hätte sich das bewahrheitet.

Gutachten angefordert

Doch warum wurde das Leck auch nach drei Monaten noch nicht repariert? „Zunächst haben wir versucht, im Rahmen der Gewährleistung den Schaden beheben zu lassen“, teilt die Bahn mit. Doch das sei leider aus „vertragsrechtlichen Gründen“ nicht möglich gewesen. Der Unternehmer, der die Überdachung aus den 1970er-Jahren saniert hat, muss also nicht dafür aufkommen.

[kein Linktext vorhanden] Jetzt hat das Management des Hauptbahnhofs erstmal einen Gutachter gebeten, einen Vorschlag für eine schnelle und nachhaltige Reparatur zu erstellen. Erst danach kann die Bahn einen exakten Termin für die Schadensbehebung nennen.

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