Essen

Erstmals nach 12 Jahren: Karstadt schreibt wieder schwarze Zahlen

Karstadt geht es endlich besser: Das Essener Unternehmen schreibt wieder schwarze Zahlen.
Karstadt geht es endlich besser: Das Essener Unternehmen schreibt wieder schwarze Zahlen.
Foto: dpa
  • Karstadt schreibt nach 12 Jahren wieder schwarze Zahlen
  • Unternehmen plant Eröffnung mehrerer neuer Warenhäuser
  • Karstadt will Ausbau des Onlineumsatzes

Essen. Im Wettrennen der Warenhäuser sieht es momentan gut aus für Karstadt: Während der Dauerkonkurrent Kaufhof mit großen Problemen zu kämpfen hat, konnte der Essener Traditionskonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 erstmals seit zwölf Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben.

Das sagte eine Karstadt-Sprecherin am Mittwoch in Essen.

Karstadt plant Eröffnung mehrerer neuer Warenhäuser

Medienberichten zufolge plane Karstadt-Chef Stephan Fanderl auch die Eröffnung mehrerer neuer Warenhäuser in der Innenstadt.

Nach der Absage von Kaufhof zur deutschen Warenhaus AG gibt Karstadt im Alleingang Gas: Doch nicht nur Neueröffnungen seien geplant, auch der Ausbau des Onlinegeschäfts solle ausgebaut werden.

Überschuss in Millionenhöhe

„Im ersten Sanierungsjahr hatten wir ein Plus in der Ladenkasse, im zweiten ein Plus beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und im abgelaufenen Geschäftsjahr einen positiven Jahresüberschuss", wird Fanderl unter Berufung auf ein internes Papier zitiert. Der Jahresüberschuss liege in der Größenordnung eines einstelligen Millionenbetrags, hieß es.

Karstadt plant Ausbau des Onlineumsatzes

Positiv auf das Ergebnis niedergeschlagen hätten sich Vermietungen von Ladenflächen an andere Händler wie Dm, Aldi, Edeka oder Apollo Optik. Ziel sei es, mithilfe der Partner einen vernetzten Marktplatz zu entwickeln: Auch ein weiterer Ausbau des Onlineumsatzes sei geplant.

Vorgesehen sei außerdem, Teile der Warenhäuser zu Lagerflächen für den Onlinehandel zu nutzen. Bis zum Geschäftsjahr 2019/20 solle so der Anteil des Onlineumsatzes auf rund zehn Prozent steigen.

Traum von Zusammenschluss mit Kaufhof platzte

Erst im letzten Monat platzte der Traum von Karstadt-Eigner René Benko von einem Zusammenschluss mit Kaufhof zur deutschen "Warenhaus AG".

Die kanadische Kaufhof-Mutter HBC hatte sein milliardenschweres Übernahmeangebot abgelehnt. In einigen Städten und Gemeinden hatte das Nein der Kanadier vor dem Hintergrund möglicherweise drohender Warenhaus-Schließungen für Erleichterung gesorgt.

Zuletzt hatte die Warenhauskette Kaufhof mit einem Rückgang des Umsatzes und roten Zahlen kämpfen müssen, so dass sie einen weiteren Personalabbau angekündigt hatten. (mj/dpa)

 
 

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