Erste Hilfe für den Drahtesel

Foto: WAZ FotoPool

Frohnhausen/Margarethenhöhe/Haarzopf..  Vielen Zweiradfahrern ist Frieder Busch inzwischen bekannt: Seit anderthalb Jahren steht der 50-Jährige mit seiner „Fahrrad-Schraubers Plattenfirma“ auf den Wochenmärkten in Frohnhausen, Haarzopf und auf der Margarethenhöhe, wechselt Schläuche und Reifen, bringt defekte Räder auf Vordermann.

In Essen habe sich in den letzten Jahren durch die alten Bahntrassen bei den Radwegen einiges getan, die Infrastruktur sei insgesamt besser geworden, findet Frieder Busch. „Zudem hat sich offenbar das Verhalten der Radfahrer geändert. Früher sind die Leute mal in der Freizeit eine Runde um den Baldeneysee gefahren, heute nutzen sie das Rad auch für den Weg zur Arbeit und fahren auch im Winter. Das ist natürlich positiv fürs Geschäft“, freut sich Busch, der an den Markttagen in der Regel gut beschäftigt ist.

Eigentlich arbeitete der Haarzopfer als Sonderschullehrer, unterhielt mit Schwererziehbaren eine Fahrradwerkstatt. „Ich hatte also schon eine Affinität zum Fahrrad. Dann habe ich mein Leben neu ausgerichtet und bin Hausmann geworden“, erinnert er sich. 1995 machte er sich selbstständig, unterhielt viele Jahre einen Fahrradladen in Haarzopf. Seit anderthalb Jahren setzt er auf mobile Hilfe für lädierte Räder, fährt mit seinem speziell eingerichteten Lieferwagen an vier Tagen pro Woche zu den Märkten, führt Schnellreparaturen aus und verkauft Zubehör. „Das ist schon eine Art Alleinstellungsmerkmal“, sagt er.

Samstags, wenn mehr Stände und Kunden die Marktplätze füllen, ist Busch nicht vor Ort - er hätte zu wenig Platz, um sich auszubreiten. „Ansonsten mag ich die Arbeit auf dem Markt sehr. Hier sind viele Händler, die schon seit Generationen ihren Job machen und mich wohlwollend aufgenommen haben.“

Während einige Kunden ihre Räder bei Busch abgeben, um dann ihre Einkäufe zu erledigen, bringen andere die Räder bereits morgens um halb acht und holen sie gegen 13 Uhr nach Marktschluss wieder ab. „Dann kann ich die Räder - oft sind es zehn oder 15 Stück - der Reihe nach reparieren“, erklärt Busch, der sich auch um defekte Schläuche bei Kinderwagen, Rollstühlen und Schubkarren kümmert. Die Kunden können auch andere Übergabe-Modalitäten mit dem Schrauber absprechen. „Ich bin da flexibel, bringe das Rad auch nach Hause oder vereinbare mit den Kunden einen Platz, wo er das Rad abgeschlossen vorfindet.“

„Mit Lager, Auto und Standgebühren habe ich auch jetzt Fixkosten, doch die sind schon geringer als damals mit dem Ladenlokal“, hat Busch durchgerechnet.Wenn gewünscht, gibt er auch Workshops in Grundschulen, besucht dritte und vierte Klassen. „In dem Alter spielt das Rad ja meist eine große Rolle für die Kinder“, sagt er. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist eines seiner Anliegen. Auch Gruppen von Radfahrern, die zum Beispiel eine größere Tour planen, können ihn für einen Schnellkurs buchen.

 
 

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