Erhöhte PCB-Belastung in Kray - Behörden nehmen Firma ins Visier

Der Schredderbetrieb der Firma Richter in Essen-Kray rückt wieder in den Fokus der Umweltbehörden.
Der Schredderbetrieb der Firma Richter in Essen-Kray rückt wieder in den Fokus der Umweltbehörden.
Foto: Alexandra Roth
Innerhalb von vier Jahren haben sich die PCB-Werte in Grünkohl, der nahe der Recyclingfirma Richter angebaut wurde, verdoppelt. Das Umweltamt vermutet, dass das Unternehmen in Kray für die erhöhten Werte des Umweltgiftes verantwortlich ist. Anwohner sollen in der kommenden Woche informiert werden.

Essen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sei die Recyclingfirma Richter verantwortlich für die erhöhte Belastung der Krayer Luft mit dem Umweltgift PCB: Das konstatiert die Stadt nach außerplanmäßigen Proben des Umweltamtes und des Landesamt für Umwelt (Lanuv) vor Ort in Einladungen an Anwohner im Umfeld des Betriebes. Informieren will sie am kommenden Dienstag, 23. September, ab 18 Uhr, im Sitzungssaal des Krayer Rathauses, Kammblickweg 27.

In verschiedenen Gärten im Stadtteil haben Umweltamt und Lanuv in den vergangenen Monaten Fichtennadeln untersucht, um eine Historie der Belastung zu ermitteln. Darüber hinaus hat die Bezirksregierung Düsseldorf Boden und Staub im Umfeld der beiden Betriebsgelände, an der Joachimstraße und an der Rotthauser Straße, entnommen und analysiert. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen am kommenden Dienstag vorgestellt werden.

Behörden: angebautes Gemüse besser nicht verzehren

Lange war es ruhig geworden um den Krayer Recyclingbetrieb mitten im Wohngebiet. An zwei Standorten vor Ort schreddert die Firma Metall- und Elektroschrott. Nach Jahre langem Drängen einer Bürgerinitiative in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren und dem Auffinden alarmierend hoher Werte des dioxinähnlichen PCB im Grünkohl in der Nachbarschaft, setzte die Firma mehrere Sicherheitsauflagen auf den beiden Betriebsgeländen um. Dazu zählte u.a. der Einbau neuer Filter. Danach schien sich die Lage beruhigt zu haben. Allerdings: Im Umfeld sollten die Anwohner dann doch lieber auf den Verzehr von selbst angebautem Grünkohl, Mangold, Lollo Rosso oder Spinat verzichten, empfahlen die Behörden.

Die Ergebnisse aus den regelmäßigen Grünkohlproben des Lanuv aber machten die Behörden Anfang des Jahres hellhörig. Verdoppelt haben sich innerhalb von vier Jahren die PCB-Werte an verschiedenen Messstellen. Außerplanmäßige Proben wurden deshalb angeordnet. Danach vermutet man nun den Standort Rotthauser Straße als Quelle. Bis Redaktionsschluss gab die Stadt dazu gestern keine Stellungnahme ab.

 
 

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