Essen

Entlassungen beim Essener Energieversorger Innogy? Vorstandschef Tigges vom Mega-Deal überrumpelt

Präsentierte am Montag die Jahresbilanz des Essener Konzerns „Innogy“: Vorstandsvorsitzender Uwe Tigges.
Präsentierte am Montag die Jahresbilanz des Essener Konzerns „Innogy“: Vorstandsvorsitzender Uwe Tigges.
Foto: dpa
  • Eon und RWE planen einen gigantischen Strom-Deal
  • Dabei soll der Essener Energieversorger Innogy aufgespalten werden
  • Innogy-Interimschef Tigges zeigt sich von den Plänen überrascht

Essen. Nachdem am Wochenende der geplante Mega-Strom-Deal zwischen Eon und RWE publik wurde, schaute die Finanzwelt gebannt auf die lang geplante Bilanz-Pressekonferenz von Innogy.

Schließlich sieht die Transaktion der beiden Energie-Giganten vor, den Essener Energieversorger unter sich aufzuteilen und die bisherige RWE-Tochter komplett aufzuspalten.

Was passiert mit den Arbeitsplätzen?

Ein solcher Deal wirft selbstverständlich viele Fragen auf. Wie geht es mit dem Unternehmen weiter? Wie werden die Geschäfte neu sortiert? Und vor allem: Werden Mitarbeiter entlassen?

Da Uwe Tigges davon nach eigener Aussage erst am Samstagabend erfuhr, zeigte sich der Interimschef des Essener Unternehmens am Montagmorgen überrumpelt, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

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Tigges: „Ob das in unserem Interesse ist, kann ich heute nicht sagen“

Fast stoisch soll Tigges den Geschäftsbericht vorgelesen und Zukunftspläne präsentiert haben, die angesichts der Entwicklungen am Wochenende überholt scheinen.

Auf Rückfragen zum geplanten Deal reagierte der Vorstandschef zurückhaltend: „Ob das in unserem Interesse ist, kann ich heute nicht sagen. Wir werden uns die Dinge ansehen, wir werden sie bewerten, und dann werden wir dazu im Sinne unserer Aktionäre, unserer Mitarbeiter und unserer Kunden Stellung nehmen."

Konkrete Informationen, wie es nun für die Innogy-Mitarbeiter weitergeht, blieben also aus.

Verdi unterstützt den Plan

Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte am Montag das Ja der Gewerkschaftsvertreter im RWE-Aufsichtsrat zu den Plänen an, die eine Zerschlagung der Netz- und Ökostromtochter Innogy vorsehen.

Er sehe die Chance, „starke und investitionskräftige Unternehmen aufzubauen und auch Perspektiven zu erschließen für Wachstum und für die Arbeitsplätze“, sagte Bsirske in Potsdam.

Das planen Eon und RWE konkret

Eon will zunächst Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen beteiligen. Eon würde dabei das lukrative Netzgeschäft von Innogy erhalten. Die erneuerbaren Energien sollen unter dem Dach von RWE vereint werden.

Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy würde damit aufhören zu existieren. Am Aktienmarkt sorgten die Pläne für eine hohe Nachfrage nach den Papieren der beteiligten Firmen. (ak/dpa)

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