Energiekonzern Eon zieht von Düsseldorf nach Essen

Eon verlegt seine Konzernzentrale nach Essen. Dies teilte der Energiekonzern überraschend nach einer Aufsichtsratssitzung mit.
Eon verlegt seine Konzernzentrale nach Essen. Dies teilte der Energiekonzern überraschend nach einer Aufsichtsratssitzung mit.
Foto: dpa
Das Unternehmen Eon konzentriert seine Geschäfte künftig auf den Standort Essen. Die neue Tochtergesellschaft Uniper wird in Düsseldorf angesiedelt.

Essen/Düsseldorf. Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon zieht nach Essen. Im Zuge der geplanten Zweitteilung des Konzerns wird die Ruhrgebietsstadt Heimat der zukunftsträchtigen Sparte für erneuerbare Energien. Das teilte Eon überraschend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. In Düsseldorf wird sich der Sitz der abgespaltenen Kraftwerkstochterfirma befinden.

Der bisherige Konzernchef Johannes Teyssen soll auch künftig an der Eon-Spitze stehen. Der Energiekonzern werde seine Aktivitäten „vollständig auf den Standort am Brüsseler Platz im Essener Süden konzentrieren“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. In Essen könnten sämtliche der künftigen Eon zugeordneten Mitarbeiter in der Rhein-Ruhr-Region „optimale Arbeitsbedingungen“ erhalten. Schon jetzt ist die ehemalige Konzernzentrale von Ruhrgas in Essen mit mehr als 2000 Mitarbeitern der bundesweit wichtigste Eon-Standort.

„Ich freue mich riesig über diese Entscheidung“, sagte Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß. Er sprach auch von einem „Signal für die Attraktivität Essens als Unternehmensstandort“.

In Düsseldorf entsteht neue Kraftwerkstochter Uniper

Die neue Kraftwerkstochter in Düsseldorf soll den Namen „Uniper“ bekommen, kurz für „Unique Performance“ („Einzigartige Leistungsfähigkeit“). Uniper-Chef wird der bisherige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer. Gelsenkirchen soll Sitz der Ingenieuraktivitäten von Uniper werden.

Ursprünglich war erwartet worden, dass Düsseldorf Sitz von Eon bleibt. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, insbesondere da sie von unserer ursprünglichen Erwartung ein Stück abweicht“, sagte Eon-Chef Teyssen zur Standortfrage. Im Vordergrund habe gestanden, dass „so wenige Mitarbeiter wie möglich längere Arbeitswege in Kauf nehmen müssen“.

Eon struktiert das Unternehmen um

Eon plant die größte Abspaltung eines Unternehmens, die es jemals in Deutschland gegeben hat. Zählten bislang 60.000 Mitarbeiter zum Konzern, sind es ab Anfang nächsten Jahres aller Voraussicht nach rund 40.000 bei Eon und 20.000 in einer neuen Firma. Eon konzentriert sich auf erneuerbare Energien, Energienetze und Dienstleistungen. Die Geschäfte rund um Atom, Kohle und Gas sollen in der Firma Uniper gebündelt werden.

 
 

EURE FAVORITEN