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„Eltern gegen Gewalt" in Essen-Steele: Polizei stoppt vermummte Gegendemonstranten

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In Essen-Steele fand am Sonntag die "Eltern gegen Gewalt-Demonstration" statt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch viele Gegendemonstranten fanden sich in Steele ein.

In Essen-Steele fand am Sonntag die "Eltern gegen Gewalt-Demonstration" statt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch viele Gegendemonstranten fanden sich in Steele ein.

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  • „Eltern gegen Gewalt“ demonstrieren in Essen-Steele
  • Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort
  • Es kam zu einem Zwischenfall

Essen. Rund 700 Demonstranten nahmen am Sonntag an der Kundgebung in Essen-Steele teil. Dazu hatte das neu gegründete Bündnis „Eltern gegen Gewalt“ aufgerufen. Die Polizei zählte etwa die gleiche Zahl an Gegendemonstranten.

Trotz eines Zwischenfalls fällt die Polizei ein positives Fazit des Demo-Tages rund um den Dreiringplatz. Es sollte friedlich bleiben auf beiden Seiten.

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Gruppe von 20 Gegendemonstranten springt aus dem Gebüsch

Nur einmal musste die Polizei dazwischen gehen, um ein Aufeinandertreffen der Demonstranten zu verhindern.

Als der Demonstrationszug startete, versuchte eine Gruppe von 20 Gegendemonstranten, den Aufzug zu stören. Vier von ihnen waren vermummt. Sie sprangen im Bereich Bochumer/Grenoblestraße aus dem Gebüsch, um zum Demonstrationszug zu gelangen.

Vermummte leisten Widerstand

Weil die vier Vermummten Widerstand gegen die Maßnahmen der Polizei leisteten, wurden sie bis zum Ende der Veranstaltung in Gewahrsam genommen. Die Polizei ermittelt nun wegen Vermummung, Widerstand und Landfriedensbruch. Drei der vier Personen waren noch nicht volljährig.

„Solche Zwischenfälle sind bei einer Demonstration in dieser Größenordnung normal, hier prallen zwei Gruppen mit völlig unterschiedlichen Meinungen aufeinander“, erklärte Sprecherin Judith Herold.

Redner scheinen Irritationen auszulösen

Unterschiedliche Meinungen vertraten auch die Redner bei der Kundgebung der „Eltern gegen Gewalt“. Während die einen etwa die Aufnahme von Flüchtlingen komplett ablehnten, problematisierten andere lediglich die Aufnahme von so genannten „Wirtschaftsflüchtlingen“.

Auch Serge Menga steht an diesem Sonntagmittag auf der Bühne. Mit seinen Aussagen sorgte er für spürbares Unverständnis: „Ihr seid alle Nazis“, schreit er laut in die Menge und bezeichnet seine Zuhörer als dumm. Wie meint Serge Menga das?

„Ihr seid die Dummen, denn ihr seid Deutsche - wie könnt ihr euch beschweren, nur weil ihr euch auf den Straßen nicht mehr sicher fühlt?“, fragt der parteilose Politiker ironisch in die Menge. Doch seine Ironie scheint nicht anzukommen. Das Publikum wirkt irritiert. Es ist nicht der einzige Moment, der für Rumoren innerhalb der Zuhörerschaft sorgt.

Sechs Redner verbindet die Angst

Bei einem Thema sind sich jedoch alle sechs Redner einig: Angst. Frauen und Kinder seien in Deutschland nicht mehr sicher, denn hier könne man sich nicht mehr auf die Straße trauen. Vor allem Thomas Matzke dankt der Polizei, die „die Knochen hinhalten, um die abzuhalten, die anderes im Sinn haben.“

Ein Seitenhieb für die lautstarken Gegendemonstranten.

„Ich bin nicht rechtsradikal“

Auch ein nach eigenen Angaben „besorgter Vater“ namens Tim spricht. Er gibt an, noch nie zuvor eine vergleichbare Rede gehalten zu haben: „Ich bin nicht rechtsradikal. Aber die Flüchtlinge überschwemmen unser Vaterland, Deutschland. Es sind einfach viel zu viele, wir können nicht mehr für unsere Sicherheit sorgen“, meint er.

Der Fall am Wuppertaler Hauptbahnhof, bei dem ein Mann (23) sich mit einem Kind auf die Gleisen geworfen hatte und die Glasflaschen-Attacke gegenüber der 17-jährigen Essenerin seien Belege für.

Knapp eine Stunde dauern die Reden. Abgerundet wird die patriotische Veranstaltung mit der Deutschen Nationalhymne. Danach lösen sich beide Demos auf. Laut Polizei kam es zu keinen Zusammenstößen der beiden Demonstranten-Gruppen. (mj/dso/ak)

 
 

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