Ekel-Fund: Polizei findet tonnenweise vergammelte Speisereste

Jörg Maibaum
Auch die Feuerwehr war an der II. Schnieringstraße im Einsatz und leistete der Polizei Amtshilfe.
Auch die Feuerwehr war an der II. Schnieringstraße im Einsatz und leistete der Polizei Amtshilfe.
Foto: Stephan Witte/KDF-Television & Picture
  • Auf dem Grundstück eines alten Zechenhauses in Essen-Altenessen hat die Polizei Tonnen verrottender Speisereste entdeckt
  • Die Kriminalpolizei prüft nun, ob der Abfall auf dem alten Zechengelände illegal gelagert wurde
  • Eine Stadtsprecherin berichtet, der Vorbesitzer sei aufgefordert worden, die Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen

Essen. Ekelfund inmitten eines Wohngebiets: Auf dem Grundstück eines alten Zechenhauses an der II. Schnieringstraße in Essen-Altenessen hat die Polizei am Mittwochabend Tonnen verrottender Speisereste in Dutzenden von Müllbehältern entdeckt. Nachbarn hatten sich über Gestank in der Siedlung beschwert und auf dem abgeschlossenen Firmengelände zwei Unbekannte beobachtet, die ihnen verdächtig vorkamen.

Die Kriminalpolizei prüft nun, ob der Abfall illegal gelagert wurde. Die Hintergründe sind unklar. Weder der ehemalige noch der neue Eigentümer des Grundstücks, das erst vor kurzem den Besitzer gewechselt haben soll, konnten vernommen werden, sagt Polizeisprecher Lars Lindemann.

Erster Verdacht: hunderte von Tierkadavern

Ein Ermittler der Polizei nahm am Donnerstagabend zusammen mit Mitarbeitern des Veterinär- und Ordnungsamtes die entdeckten Abfälle näher in Augenschein. Ein erster Verdacht, dass es sich bei den übel riechenden Überresten um hunderte von Tierkadavern handeln sollte, bestätigte sich nicht, nachdem etwa 50 der Tonnen geöffnet worden waren. In allen fanden sich lediglich Speisereste.

Informationen, wonach der Ex-Eigentümer Küchenabfälle aus dem Marienhospital zur Fütterung von Schweinen gesammelt haben soll, konnten die Behörden gestern genauso wenig bestätigen wie die Vermutung, dass auf dem Gelände eine Firma ansässig war, die den Müll zur Weiterverarbeitung zwischenlagerte.

Sicher ist: Die mit Speiseresten gefüllten Fässer dürften Monate, wenn nicht Jahre dort gestanden haben. Um wie viele Behältnisse es sich genau handelt, können die Ermittler noch nicht sagen. Gut möglich, dass am Ende 150 oder mehr Behälter entsorgt werden müssen. Das uneinsichtige Gelände sei komplett überwuchert. Einige Gebäude konnten noch nicht untersucht werden, weil sie einsturzgefährdet sind.

Polizei prüft Verbindung zu illegalen Mülllagern

Bei einem der Männer, die den Argwohn der Nachbarn erregt haben, handelt es sich nach Auskunft der Polizei um einen Verwandten des Grundstückseigentümers. Er sollte wohl im Auftrag des neuen Besitzers, der sich im Ausland aufhält, dort aufräumen.

Wie Stadtsprecherin Jeanette von Lanken berichtete, sei der Vorbesitzer aufgefordert worden, die Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Polizei prüft nun Querverbindungen zwischen dem Mülllager in Altenessen und der illegalen Entsorgung von Fleischabfällen in den vergangenen Tagen unter anderem in Witten, Haltern und Hamm, so Lindemann: „Bislang gibt es keine konkreten Hinweise auf Zusammenhänge.“