Eine Stiftung für die Bürger

Ein eckiger Werbeträger, aber eine runde Sache: Sparkassen-Chef Hans Martz stelte die neue Stiftung seines Hauses vor.
Ein eckiger Werbeträger, aber eine runde Sache: Sparkassen-Chef Hans Martz stelte die neue Stiftung seines Hauses vor.
Foto: Knut Vahlensieck

Essen.. Je klammer eine Kommune, desto wichtiger werden Stiftungen und Spenden, um das gesellschaftliche Leben zu organisieren und zu finanzieren. Allein in Essen haben bislang 192 Stiftungen ihren Sitz: angefangen von der Adolphi-Stiftung der Evangelischen Kirche bis zur Witte’schen Familienstiftung. Nun kommt eine weitere hinzu: Die „Gut für Essen“-Stiftung der Sparkasse Essen.

Mit einem Kapitalgrundstock von 1,5 Millionen Euro und einem breit angelegten Stiftungszweck will sie dazu beitragen, „eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität“ zu erreichen, wie Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Hans Martz sagt. Während drei bereits bestehende Stiftungen der Sparkasse begrenzte Aktionsfelder haben, können über die neue Stiftung gemeinnützige Organisationen in so gut wie allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens unterstützt werden, ob Bildung, Umwelt- und Naturschutz oder Kriminalprävention. Besonders am Herzen liege ihnen, so Hans Martz, die Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements, die Brauchtums- und Traditionspflege. Dazu gehören etwa Karneval- und Bürgerschützenvereine.

„Wir haben uns gefragt, wie wir die Region noch besser unterstützen können“, erklärt der Sparkassen-Chef die Suche nach dem Stiftungsziel. Anfragen an sein Haus, aber auch öffentliche Debatten über Defizite, hätten letztlich dazu geführt, kaum inhaltliche Grenzen zu setzen. Denkmäler könnten genauso gefördert werden wie gesundes Schulessen oder Selbstverteidigungskurse. Allerdings würden nur Bereiche und Projekte unterstützt, die nicht zu den Pflichtaufgaben der Stadt gehören.

Gute Erfahrungen mit Stiftungen gemacht

Mit ihren Stiftungen hat die Sparkasse bislang gute Erfahrungen gemacht. Ihre älteste wurde 1978 gegründet und kümmerte sich zunächst vor allem um den Bau von Alten- und Seniorenheime, in den vergangenen Jahren wurde der Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit gelegt. Insgesamt wurden bislang an Zinsen aus dem Kapital von 511.000 Euro und vor allem an Spenden allein für die „Stiftung Alten-, Behinderten- und Jugendförderung 39 Millionen Euro bereit gestellt. Weiteres Geld aus Sparkassen-Erträgen fließt außerdem in die Sportstiftung von 1999 (Kapital: 255.000 Euro; Auszahlung bislang: 700.000 Euro) und in die 2004 gegründete Philharmonie-Stiftung (Kapital: 5 Millionen Euro; Auszahlung bislang: 1,8 Millionen Euro).

Möglich ist das soziale, aber auch steuermindernde Engagement der Sparkasse, weil die Stadt Essen zu denjenigen Kommunen und Zweckverbänden gehört, die bislang keine Ausschüttung der Gewinne des öffentlich-rechtlichen Unternehmens fordert. Allein im Vorjahr hat die Sparkasse Essen einen Gewinn nach Steuern von 13,8 Millionen Euro erzielt, 2011 waren es 13,5 Millionen Euro.

 
 

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