Eine Schottin an der Ruhr

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Kurz nachdem Mairi Chittleburgh den Klassenraum betreten hat, stürmen die Fünftklässler auf sie zu. Die junge Frau ist beliebt. Und das hat seinen Grund. Mairi Chittleburgh kommt aus Edinburgh und studiert Deutsch und Französisch an der Universität von St Andrews - und neun Monate lang unterstützt sie nun die Englischlehrer am Gymnasium Werden.

„Ich bin in allen Jahrgangsstufen eingesetzt, im Moment am häufigsten in der 5. und 7. Klasse“, erklärt Mairi - auf Deutsch. Den Schüler verrate sie nicht, dass sie Deutsch spreche, denn die sollen schließlich mit ihr Englisch sprechen.

Die junge Studentin aus dem Vereinigten Königreich übt in Kleingruppen vor allem das Sprechen in der Fremdsprache. „Ich mache kleine Sprach- und Vokabelspiele und unterhalte mich mit ihnen über Themen, die sie interessieren“, erzählt Mairi. Bei den jüngeren Schülern stehen Themen wie Hobbys und Haustiere hoch im Kurs, Neuntklässler reden am liebsten über Filme, und in der Oberstufe hat die Fremdsprachenassistentin schon Shakespeares Romeo and Juliet und Arthur Millers Death of a Salesman analysiert und über Immigration in Großbritannien diskutiert.

Neben der Schule erkundet die 20-Jährige Essen und Umgebung. Den Baldeneysee, die Villa Hügel, die Altstadt von Kettwig und die Zeche Zollverein habe sie schon kennengelernt und sie sei auch von den Einkaufsmöglichkeiten, die die Stadt Essen bietet, als auch von der Auswahl an Rüttenscheider Restaurants und Nachtlokalen begeistert. Dabei habe sie festgestellt, wie gut die Verkehrsverbindungen in Essen sind - im Gegensatz hat Edinburgh, eine Stadt, die ungefähr gleichgroß ist, nur Busverbindungen und eine einzige Straßenbahnlinie. Am meisten freue sie sich aber auf den Weihnachtsmarkt, verrät Mairi Chittleburgh.

Gerade hat sie sich an der Universität Essen-Duisburg als Gasthörerin im Fach Germanistik angemeldet. „Während meiner Schulzeit habe ich bereits zweimal an einem Austausch mit Gießen teilgenommen“, sagt die Studentin. Das sei hilfreich, da sie schon wisse, wie die Deutschen so ticken.

Einige Dinge vermisse sie jedoch. Neben Familie, Freunden und der Stadt Edinburgh seien dies vor allem das schottisches Getränk Irn Bru und britische Chips, in all ihren für Deutsche ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen wie Bratensoße, Krabbencocktail oder Essig. Abhilfe sei allerdings unterwegs, ihre Mutter habe ein Paket für sie fertig gemacht.

 
 

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