Eine Marktlücke findet sich immer

Das Hohelied der Selbstständigkeit und der eigenen Firmengründung wurde im Werdener Gymnasium gesungen. 140 Gymnasiasten eingeladen hatten Matthias Hauer, CDU-Mitglied des Bundestages, und Schulleiterin Felicitas Schönau. Ihre Intention: aufzuzeigen, dass es jenseits des Studiums, der Beamten- und Konzern-Karriere eine Alternative gibt.

Hauer: „Dass wir heute hier sitzen, ist schon ein Fortschritt, und ich wünsche mir, dass das Thema Wirtschaft vermehrt im Unterricht und im Lehrplan verankert wird.“

Obwohl Deutschland ja schon in der Spitze der Exportweltmeister stehe, wie ein Zuhörer bemerkte, müsse man sich intensiver engagieren – und nicht loslassen, sondern ständig dranbleiben. Die Zahl der Gründer gehe zurück, bemängelte er. „Hat jemand von ihnen schon darüber nachgedacht, sich selbstständig zu machen?“ fragte Matthias Hauer die Schüler, die in zwei Jahren ihr Abitur ablegen werden. Nur wenige Hände streckten sich nach oben.

Flankenschutz bekam der Essener CDU-Mann von den Podiums-Diskutanten: Natali Pilic und Janine Flocke (randundband), die eine Werbe-Agentur betreiben, Firmen kommunikativ betreuen und beraten. Und von Philipp Schur sowie Giannis Paraskevopoulus (rocketspaces), die Event-Plätze und -Einrichtungen deutschlandweit vermieten.

Komme es denn auf Abitur-Noten an, wollte Moderator Yannick Lubisch wissen. „Überhaupt nicht, wissen, was man will, ist wichtig, wer kein Ziel hat, ist wie Treibholz im Meer. Zu kennen, was einem am Herzen liegt, was Spaß macht, Freude bringt, worin ich einen Sinn sehe, wofür ich mich engagieren will – das ist eine Lebensmaxime“, lautete die Quintessenz der Diskutanten und Befürworter des Pioniergeistes.

Wo man sich Rat holen könne? Industrie- und Handelskammer-Berater Essen, Marc Balke: „Wo sonst, als bei uns? In rechtlichen, finanziellen und gesellschaftlichen Fragen.“ Wichtig sei es, sich nicht beirren zu lassen, sich umzuhören, Ideen zu haben, sich vorher ehrenamtlich zu engagieren und mit Verbänden in Kontakt zu treten.

Matthias Hauer: „Alles fängt im Kleinen an, nicht gleich 20 Mitarbeiter einstellen, wachsen ist angesagt. Gute Voraussetzungen sind auch IT-Kenntnisse und Praktika, „um mal zu riechen und mit Leuten zu reden“.

„Das Rad wird nie neu erfunden, aber eine Marktlücke findet sich immer“, antwortete Giannis Paraskevopoulus auf die Fragen von Tobias Heyden, Valerie Maas und Vito Heinen.

 
 

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